Er hasst arbeiten

Polizei in Japan schnappt berüchtigten „Ninja-Dieb“ - und ist total verwundert

Jahrelang suchte die Polizei nach dem „Ninja-Dieb“, der immer nur schwarz gekleidet war. Jetzt konnte die Identität des Mannes entlarvt werden - die Überraschung ist groß.

Osaka - Die japanische Polizei hat nach einer langen Einbruchsserie einen berüchtigten "Ninja"-Dieb gefasst - und verwundert festgestellt, dass der Verdächtige bereits 74 Jahre alt ist. Über Jahre wurde die Polizei im westjapanischen Osaka von der Serie in Atem gehalten, bis dem Mann ein Fehler unterlief, wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten. Ein verrutschtes Teil seiner Vermummung entblößte einen Teil seines Gesichts.

Jahrelang gab es nur Bilder von Überwachungskameras von dem stets schwarz gekleideten Einbrecher. Zu seiner Vermummung gehörte dabei immer ein bis über die Nase hochgezogener Nackenwärmer und ein Parka, dessen Kapuze die Augenbrauen bedeckte. "Er war ganz in Schwarz gekleidet, ganz wie ein Ninja", sagte ein leitender Polizeibeamter in Kawachi. Nachdem sein Gesicht dann doch einmal auf frischer Tat gefilmt wurde, lauerten die Ermittler Mitsuaki Tanigawa auf, um ihn in die Falle gehen zu lassen.

Auf frischer Tat ertappt

Der 74-Jährige verließ tagsüber wie ein gewöhnlicher Bürger sein Haus und begab sich zu einer verlassenen Wohnung. Dort wechselte er seine Kleidung und zog nach Einbruch der Dunkelheit auf Diebestour. "Wenn er heraus kam im Dunkeln, war er ganz in Schwarz" und habe nicht die üblichen Straßen genutzt, sondern sei durch "enge" Gassen zwischen Häusern hindurch geschlüpft und auf Mauern entlang gelaufen. Am Tag seiner Festnahme kam er gegen vier Uhr morgens von einem Einbruch in einen Elektronikmarkt zurück.

In der Vernehmung gestand der Mann, dass er "Arbeit hasste und dachte, Stehlen gehe schneller". Ungefähr zehn Minuten brauche er, um in ein Haus einzubrechen. Vor allem habe er es auf Bargeld abgesehen. Bei 254 Einbrüchen habe er insgesamt umgerechnet 221.000 Euro erbeutet, teilte die Polizei mit.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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