Frauen geschlagen und bedroht

Polizei zerschlägt brutalen Menschenhändlerring in Innsbruck

Innsbruck - Der Tiroler Polizei gelang ein Schlag gegen den Menschenhandel. Es kam zu Festnahmen.

Nach umfangreichen Ermittlungen in der Innsbrucker Rotlichtszene konnte das Landeskriminalamt vier Beschuldigte (eine Frau und drei Männer im Alter von 24, 35, 38 und 57 Jahren) ausforschen und eine Frau und zwei Männer festnehmen. Ein Beschuldigter (38) ist flüchtig. Nach ihm wird mit Haftbefehl gefahndet. Die Festgenommenen wurden über Auftrag der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert, über zwei wurde die U-Haft verhängt, einer (57 Jahre) wurde inzwischen enthaftet und wird auf freiem Fuß angezeigt. Zwei Beschuldigte besitzen die bulgarische, zwei (38 und 57 Jahre alt) die türkische Staatsbürgerschaft.

Brutales Vorgehen

Im Zuge der Erhebungen konnte ein aussagebereites Opfer (Alter: 23) befragt werden, das vom Menschenhändlerring unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in Bulgarien angeworben, nach Innsbruck gelockt und hier zur Prostitution gezwungen worden ist. Als sich das weibliche Opfer anfänglich weigerte, als Prostituierte zu arbeiten, wurde es massiv unter Druck gesetzt, bedroht und geschlagen.

Die Frau hat etwa drei Monate für den Menschenhändlerring gearbeitet und für diesen mehrere Tausend Euro erwirtschaftet. Das gesamte eingenommene Bargeld musste sie an die Zuhälter abführen. Der Frau gelang es schließlich Anfang Mai 2017 aus der Menschenhändlerorganisation zu fliehen und erstattete in weiterer Folge Anzeige gegen die Beschuldigten.

Durchsuchungen Ende Juni

Ende Juni 2017 wurden an mehreren Örtlichkeiten Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei konnten drei Beschuldigte festgenommen und belastendes Material (ua auch geringe Mengen Suchtmittel) sichergestellt werden. Nach dem vierten Beschuldigten (38 Jahre alt) wird mittels Haftbefehls gefahndet.

Im Zuge der Amtshandlung stellte sich heraus, dass der Menschenhändlerring unter anderem auch einen Transvestiten (20 Jahre) unter falschen Voraussetzungen nach Innsbruck gelockt hat, wo ihm entgegen der Versprechungen der gesamte Schandlohn abgenommen wurde.

Presseaussendung Landespolizeidirektion Tirol

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa/einsatzfoto.at (Montage)

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