Krebskranker Bub flieht vor Therapie

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Saint Paul - Ein krebskranker 13-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Minnesota ist zusammen mit seiner Mutter auf der Flucht vor einer Chemotherapie. ++ Fall Olivia Pilhar ++ Sicht von Olivias Eltern ++

Offenbar hat die Familie religiöse Motive. Richter John Rodenberg stellte einen Haftbefehl gegen die Mutter des Jungen aus, nachdem die beiden nicht wie angeordnet zu einem Gerichtstermin erschienen. Zugleich verfügte Rodenberg, dass der Junge - sobald er gefunden wird - von einem Krebsspezialisten untersucht und in einer Pflegefamilie untergebracht wird.

Der Vater des Jungen hatte zu Protokoll gegeben, dass er zuletzt am Montagnachmittag mit seiner Frau gesprochen hatte. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie fortgehe und dass dies "alles ist, was du wissen musst", berichtete der Farmer.

Bei dem kranken Jungen war im Januar das Hodgkin-Syndrom diagnostiziert worden. Der 13-Jährige hatte nur eine erste Chemo- und Strahlentherapie-Serie erhalten, bevor seine Eltern die Behandlung abbrachen und auf alternative Heilmethoden mit Kräutern und Vitaminen umschwenkten. Der behandelnde Arzt hatte die Behörden alarmiert, nachdem der Teenager nicht zur Folgebehandlung erschien.

Die Mutter fürchtet nach eigenen Angaben eine tödliche Vergiftung ihres Sohns durch die Chemotherapie, diese verstoße zudem gegen die religiösen Überzeugungen der Familie. Nach Angaben der Ärzte des Jungen wird dieser ohne weitere Behandlung wahrscheinlich binnen der kommenden fünf Jahre sterben - Chemo- und Strahlentherapie könnten seine Überlebenschancen dagegen auf 80 bis 95 Prozent erhöhen.

Ende der 90er Jahre hatte in Europa das dramatische Tauziehen um die Behandlung der krebskranken Olivia für Schlagzeilen gesorgt: Die Eltern der kleinen Österreicherin hatten auf Anraten eines selbsternannten deutschen Wunderheilers die Krebsbehandlung ihrer Tochter verweigert und reisten zwischenzeitlich nach Spanien, um eine Operation und anschließende Chemotherapie zu verhindern. Nach Vermittlung des damaligen österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil kehrte die Familie nach Österreich zurück, wo Olivia erfolgreich mit einer Chemotherapie behandelt wurde.

Quelle: rosenheim24.de

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