Kriminal-Serie "Tatort24"

Polizei in Alarmbereitschaft: Schlägt der Serien-Frauenmörder erneut zu? 

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Ist das der Sexualmörder der französischen Austauschstudentin Lucile K.(oben rechts) und der Joggerin Caroline G.? 
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Kufstein - Der Fall der brutal ermordeten Austauschstudentin Lucile K. aus Lyon wirft seit der Tat im Januar 2014 Fragen auf. Die Polizei hat eine Verbindung zu einem weiteren Sexualmord festgestellt. Handelt es sich um einen Serien-Frauenmörder? Gelingt es die Polizei ihn zu schnappen, bevor er ein weiters Mal morden kann? 

Französische Austauschstudentin kaltblütig erschlagen 

In der Nacht vom 11. auf den 12. Januar 2014 war Lucile K. an der Innpromenade in Kufstein unterwegs zu der Wohnung einer Studienkollegin. Offenbar hatte sie ein schlechtes Gefühl, fürchtete sich vor dem dunklen, menschenleeren Weg – der Abkürzung am Innufer. Sie hielt während des Spaziergangs engen Kontakt per SMS mit der Studienkollegin sowie einem weiteren Bekannten, dem Lucile versprach, sich am nächsten Tag zu melden.

Doch dazu kam die 20-Jährige nicht mehr. Sie traf noch in der Nacht auf ihren Mörder. Am Sonntagvormittag des 12. Januars 2014 fand die Polizei im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion die Leiche der jungen Frau am Innufer im Kufsteiner Stadtgebiet - erschlagen mit einer knapp zwei Kilogramm schweren Eisenstange. Das Motiv für die Bluttat liegt bis heute im Dunklen. Der Fall wurde sogar schon in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" beleuchtet.

Spurensuche am der Innpromenade in Kufstein, wo der Leichnam von Lucile K. gefunden wurde. 

Zweiter Mordfall in Endingen 

Am 6. November 2016 fand die Polizei nach einer großangelegten Suchaktion eine tote Joggerin in einem kleinen Waldstück bei Freiburg. Es handelte sich um die vermisste 27-jährige Caroline G., die Opfer eines sexuellen Gewaltverbrechens wurde. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen - und landete beim Fall der ermordeten Lucile aus Kufstein: Nach neuesten Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem Mord an der Studentin in Endingen und dem Gewaltverbrechen an der französischen Austauschstudentin in Kufstein um denselben Täter handelt. In beiden Fällen wurde eine übereinstimmende männliche DNA-Spur sichergestellt.

Treibt ein Serien-Frauenmörder sein Unwesen? 

LKA-Leiter Walter Pupp, erklärt gegenüber rosenheim24.de, man habe im Mordfall Lucile immer drei Hauptmotivstränge verfolgt: Eine mögliche Beziehungstat, einen Raubüberfall oder ein Sexualdelikt. "Das dritte Motiv war in diesem Fall jedoch sehr schwach ausgepräg und stand bei den bisherigen Ermittlungen nicht im Vordergrund. Möglicherweise wurde der Täter vor der Ausübung sexueller Handlungen gestört", so Pupp. In der Gesamtschau mit dem Fall aus Endingen ergebe sich nun jedoch ein anderes Bild: Die ermordete Joggerin in Baden-Württemberg war vergewaltigt worden.

Fieberhaft wurde nach der vermissten 27-jährigen Joggerin gesucht. Später fand die Polizei in einem kleinen Waldstück bei Freiburg ihre Leiche. 

Auch bei der Waffe gibt es Parallelen: Bei der Tat in Österreich vor drei Jahren benutzte der Täter eine Eisenstange, die bei hydraulischen Hebesystemen zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei hydraulischen Hubwagen oder zum Abkippen von Lkw-Führerkabinen. Auch das 27-jährige Opfer in Endingen wurde vermutlich einer Eisenstange erschlagen.

Damit steht für die Polizei fest: Zwischen dem brutalen Verbrechen an der französischen Austauschstudentin Lucile und der Gewalttat in Endingen besteht ein Zusammenhang. Pupp warnt: Weitere Taten sind nicht auszuschließen. Es handelt sich um einen "sehr gefährlichen und mobilen Wiederholungstäter". 

Beschreibung und Phantombilder des Täters

Walter Pupp vom Landeskriminalamt Tirol erklärt, man habe bereits mit einem Phantombild liege nach dem tatverdächtigen Mann gesucht. Er sei von Zeugen an der Kufsteiner Innpromenade gesehen worden. Der mutmaßliche Täter sei demnach circa 35 bis 40 Jahre alt und 1,70 Meter bis 1,80 Meter groß. Auffällig sei der Oberlippenbart. Und auch ein zweites Phantombild aus Deutschland, das sich an in Endingen gemachten neuen Zeugenaussagen orientiert, existiert: Die Person soll demnach etwa 50 bis 55 Jahre alt und ca. 175 bis 180 cm groß sein. Auf dem neuen Phantombild trägt der mutmaßliche Täter keinen Bart.

Das LKA Tirol vermutet, dass es sich um einen Lkw-Fahrer handelt, der sich aufgrund des Wochenend-Fahrverbots in Kufstein und Endingen aufhielt. Beide Tatorte befinden sich in der Nähe von Lkw-Parkplätzen.

Das Phantombild des LKA Tirol (links) und das neue aktuelle der deutschen Ermittler (rechts). 

Hohe Belohnung für neue Hinweise 

Die Polizei bittet um neue oder alte Hinweise in Bezug zu den beiden ungeklärten Mordfällen: Wer kennt die abgebildete Person auf dem Phantombild oder wer kann Hinweise zu deren Identifizierung geben? Wem sind Auffälligkeiten zur Tatzeit im Umkreis der beiden Tatorte aufgefallen?

Entsprechende Mitteilungen an die Sonderkommission Erle unter der Telefonnummer 07641/582-114, oder an das Landeskriminalamt Tirol 059133/70 3333. Insgesamt ist eine Belohnung für die Klärung beider Fälle ausgesetzt: 28.500 Euro Belohnung gibt es für sachdienliche Hinweise.

Nächste Woche: Schwerer Raubüberfall auf Pfarrer

Kommende Woche beleuchtet unserer Serie "Tatort24" die Hintergründe des aufgeklärten Raubüberfalls auf den Pfarrer von Tuntenhausen im Juni 2012. Die Tat stand in Zusammenhang mit einer Raubserie auf Pfarrhäuser – und einem zweiten brutalen Überfall. 

mb

Quelle: rosenheim24.de

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