Stellenausschreibung aus Saalfelden ging um die Welt

Neuer Eremit ist "gern allein" und manchmal "richtig fertig"

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Belgier führt Leben als Einsiedler
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Salzburg - Die Stellenausschreibung ging im Frühjahr um die Welt: Kein Strom, kein fließendes Wasser und eine karge Unterkunft - die Pfarrei Saalfelden nahe Salzburg suchte einen Einsiedler. Inzwischen hat sich der neue Eremit bereits eingelebt:

Wie krone.at berichtet, hat ein 58-jähriger Belgier Ende April die Klause auf 1.400 Meter Höhe am Fuße des Steinernen Meer bezogen. Der pensionierte Vermessungstechniker und geweihte Diakon Stan Vanuytrecht aus der Nähe von Brüssel hat sich nach einem langen Auswahlverfahren gegen mehr als 50 Bewerber aus aller Welt durchgesetzt.

"Ich mag das Alleinsein", erzählte Vanuytrecht nun dem Focus. Dennoch hatte er im Hochsommer bereits viel zu tun. Tagsüber besuchten ihn zahlreiche Pilger und Touristen. "Da war ich abends wirklich fertig, weil so viele Leute da waren", so der Belgier, der ein Gespräch nach dem anderen führen musste. Zweimal pro Woche verlässt der 58-Jährige sein spartanisches Zuhause und geht ins Tal, um im Ort einkaufen zu gehen. Auch dort spricht er oft mit den Menschen und erkennt: "Die Einsiedelei ist sehr wichtig für die Menschen!"

Das ist der neue Eremit von Saalfelden

Spartanische Klause bereits 350 Jahre alt

Die Klause von Saalfelden ist mehr als 350 Jahre alt. Es ist eine der letzten bewohnten Einsiedeleien in Europa. Die natürliche Felshöhle ist im 17. Jahrhundert zu einer Kapelle ausgebaut worden. Seit damals wird dort der Schutzpatron der Tiere, der Heilige Georg, verehrt. Früher diente der Bewohner der Klause auch als Feuermelder für den österreichischen Ort. Die Küche ist nur eine Herdstelle, die Wohnstube mit Tisch, Stuhl und Bank ist ebenso karg wie der Schlafraum, der ein einfaches Bett, aber keinen Schrank vorweist.

Die Saison dauert von Mitte April bis November. In den Wintermonaten ist die Einsiedelei wegen der Kälte nicht bewohnbar. Im vergangenen Jahr lebte ein Wiener Pfarrer und Psychotherapeut dort, davor war es zwölf Jahre lange die Bleibe eines Benediktinermönches gewesen.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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