Schweinegrippe erreicht Indianer im Amazonas

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Das eingefärbte Foto, 2009 aufgenommen von der US-Seuchenkontrollbehörde CDC mit einem Transmissionselektronenmikroskop, zeigt einen A/CA/4/09 Schweinegrippevirus.

Caracas - Die Schweinegrippe verbreitet sich bis in die entlegensten Orte der Welt: Nach Angaben von Ärzten hat das Virus die im Amazonas-Gebiet lebenden Yanomami-Indianer erreicht.

In Dörfern an der venezolanisch-brasilianischen Grenze sei eine 35-jährige schwangere Frau an der Viruserkrankung gestorben, teilte der venezolanische Arzt Raidan Bernade am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP in Caracas mit. Zudem bestehe der Verdacht, dass sechs Kleinkinder - das älteste ein Jahr alt - an der Krankheit gestorben seien. Sie hätten Symptome der Schweinegrippe gezeigt.

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Häufig gestellte Fragen zur Schweinegrippe

Es seien bei ihnen nicht rechtzeitig Proben unternommen worden, mit denen das H1N1-Virus nachgewiesen hätte werden können, sagte der Arzt. Bernade, der telefonisch in dem am Amazonas gelegenen Ort La Esmeralda erreicht wurde, gehört zu einem Ärzteteam, das zum Schutz der Ureinwohner in das Gebiet entsandt wurde. Die mutmaßlichen sieben Todesfälle durch Schweinegrippe waren zunächst von einer in London ansässigen Organisation gemeldet worden, die sich für die rechte indigener Völker einsetzt, Survival International. Sie warnte vor einem Ausbruch mit schwerwiegenden Folgen für eine weitgehend isolierte Bevölkerung, die deshalb besonders anfällig für das Virus sei. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez bestätigte, dass die Schweinegrippe “die indigene Gemeinschaft“ erreicht habe. Die Lage sei unter Kontrolle, fügte er hinzu.

110 Verdachtsfälle

Die stellvertretende venezolanische Ministerin für die Indigene Bevölkerung, Yamilet Mirabal, sagte, sie sei über sechs an Schweinegrippe gestorbenen Yanomami informiert worden. In drei Dörfer seien in Kuba ausgebildete Ärzteteams der sogenannten Brigade 51 entsandt worden, um Kranke zu behandeln und Erkrankungen zu diagnostizieren.

Bernade sagte, in dem gebiet seien 2.000 Menschen (richtig) mit Atemwegserkrankungen diagnostiziert worden. Rund 110 würden darauf untersucht, ob sie Schweinegrippe haben. In dem Gebiet an der venezolanisch-brasilianischen Grenze leben nach Schätzungen rund 28.000 Yanomami.

Die Gesundheitsbehörden in Caracas gaben im vergangenen Monat die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen in dem südamerikanischen Land mit 1.910 an. 90 Menschen seien daran gestorben.

AP

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