Stärke 7,2

Schweres Erdbeben erschüttert Mexiko

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Tausende Menschen verließen in Panik ihre Häuser und Büros.

Mexiko-Stadt  - In Mexiko hat ein Erdbeben die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Es war auch in der 270 Kilometer entfernten Hauptstadt zu spüren. Von Toten oder Verletzten wurde zunächst aber nichts bekannt.

Mexiko ist am Freitag von einem schweren Erdbeben erschüttert worden, das aber nach ersten Informationen glimpflich verlaufen ist. In der 20-Millionen-Einwohner-Metropole Mexiko-Stadt gerieten hohe Gebäude ins Schwanken, Fenster gingen zu Bruch, der Strom fiel aus. In der Touristenstadt Acapulco an der Pazifikküste brach Panik unter den Urlaubern aus. Bislang sei aber kein größerer Schaden gemeldet worden, erklärte Zivilschutzkoordinator Luis Felipe Puente.

Das Beben der Stärke 7,2 begann um 09.27 Uhr morgens (Ortszeit, 16.27 Uhr MESZ) im südwestlichen Bundesstaat Guerrero, etwa 265 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Demnach lag das Epizentrum nahe der Stadt Tecpan, die umweit von Acapulco liegt. Das mexikanische Seismologische Institut (SSN) hatte die Stärke zunächst mit 7 angegeben.

In der Hauptstadt Mexiko-Stadt waren die ungewöhnlich langen Erdstöße deutlich zu spüren, Menschen liefen ängstlich auf die Straßen, während der Strom ausfiel. Bürgermeister Miguel Angel Mancera verbreitete eine Twitter-Nachricht, nach der die Behörden ermittelten, welche Schäden entstanden seien. "Vorerst sind uns nur Evakuierungen bekannt", hieß es in dem Tweet. "Glücklicherweise haben wir nur eingestürzte Mauern, aber keine Berichte über Tote oder Verletzte", erklärte der Generaldirektor des Zivilschutzes, Ricardo de la Cruz.

Über der Stadt kreisten Hubschrauber, um mögliche Schäden aufzunehmen. Der Flughafen von Mexiko-Stadt und der staatliche Ölkonzern Pemex teilten mit, der Betrieb laufe normal weiter. Eine Tsunami-Warnung werde es vermutlich nicht geben, sagte der SSN-Experte Victor Espindola.

Einige Urlauber in Panik

Auch im Osten im Bundesstaat Veracruz und in den südlichen Staaten Guerrero, Oaxaca und Chiapas war das Beben zu spüren. In dem Badeort Acapulco rannten zahlreiche Urlauber, die die Osterfeiertage dort verbrachten, in Panik aus ihren Hotels oder sprangen aus dem Wasser.

"Wir wollten gerade zum Frühstück gehen, als der Boden begann, sich zu bewegen", berichtete Elia Nuñez der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind aus dem fünften Stock die Treppen hinunter und auf die Straße gerannt und wir hatten sehr große Angst", fügte die Touristin hinzu.

Große Teile Mexikos liegen auf dem so genannten pazifischen Feuerring. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschließt, stoßen mehrere Erdplatten aneinander. Diese sind ständig in Bewegung, weshalb es häufig zu heftigen Erdstößen und Vulkanausbrüchen kommt. 1985 starben bei einem Beben der Stärke 8,1 vor der mexikanischen Pazifikküste mindestens 6000 Menschen.

Das Messen von Erdbebenstärken

Bei der Messung von Erdbeben wird die Stärke der Bodenbewegung angegeben (Magnitude). Früher wurde die Erdbebenstärke einheitlich nach der Richterskala bestimmt. Der amerikanische Geophysiker Charles Francis Richter hatte die Skala 1935 speziell für Kalifornien ausgearbeitet. Heute wird die Skala nur noch eingeschränkt eingesetzt, auch weil das Verfahren nur bei Erschütterungen in der Nähe der Messstationen zuverlässige Werte liefert (Lokalmagnitude).

Mittlerweile werden mehrere Skalen parallel verwendet. Derzeit gilt die sogenannte Momentmagnitude als bestes physikalisches Maß für die Stärke eines Bebens. Sie bestimmt das gesamte Spektrum der seismischen Wellen bei Erdstößen. Die meisten Skalen ergeben zumindest bei schwächeren Beben ähnliche Werte wie die Richterskala, erlauben aber eine genauere Differenzierung bei schweren Beben.

Erdbeben in Mexiko verbreitet Angst und Schrecken - Bilder

Erdbeben in Mexiko verbreitet Angst und Schrecken - Bilder

Weltweit treten jährlich etwa 50 000 Beben der Stärke 3 bis 4 auf. Etwa 800 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat den Wert 8. Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile. Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben. Meist gilt:

- Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachzuweisen

- Stärke 3: nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren

- Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden

- Stärke 6: mäßiges Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen

- Stärke 7: starkes Beben, Katastrophen mit Todesopfern

- Stärke 8: Großbeben mit vielen Opfern und schweren Verwüstungen

dpa/AFP

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