Austrian-Airlines-Maschine in Tirana überfallen

"Steuerfahndung" rast auf Flughafen und macht Millionen-Beute

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Am Flughafen Tirana wurde diese Maschine der Austrian Airlines filmreif überfallen.
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Tirana/Wien - In der albanischen Hauptstadt Tirana haben schwer bewaffnete Täter ein Flugzeug von Austrian Airlines überfallen und ausgeraubt. Sie machten dabei Beute in zweistelliger Millionen-Höhe. Nach und nach sickern weitere unfassbare Details zu dem spektakulären Millionenraub durch:

UPDATE, Donnerstag, 7.20 Uhr:

Als das Bodenpersonal des Flughafens gerade dabei war, Behälter aus einem Geldtransporter in das bereitstehende Flugzeug umzuladen, soll ein weißer Van mit der Aufschrift "Steuerfahndung" über eine Feuerwehrzufahrt auf das Flughafengelände und dann an die Maschine herangefahren sein. Das berichten die Bild-Zeitung und das Portal balkanweb.com.

Den filmreifen Überfall mussten die Passagiere, die bereits im Flieger saßen, live durch die Fenster miterleben. Drei schwerbewaffnete Gangster sprangen aus dem Transporter, bedrohten die Crew mit Sturmgewehren und raubten die Millionen-Beute. Zwei der Räuber trugen Sturmhauben und eine militärische Uniform, ein dritter war mit einer kugelsicheren Weste, einer Sonnenbrille und einer Silikonmaske "maskiert".

Die Flughafenpolizei versuchte anschließend die Räuber zu stoppen. Nur knapp einen Kilometer außerhalb des Airports kommt es zwischen den Räubern und der Polizei zu einem heftigen Schusswechsel. Dabei stirbt einer der Gangster, offenbar der Mann mit der Silikonmaske. Die anderen Räuber warfen die Leiche in den Straßengraben.

Bei dem Toten soll es sich um den Mörder und mehrfachen Bankräuber Admir M. handeln, der 2013 aus einem griechischen Gefängnis ausgebrochen sein soll. Von der blutüberströmten Leiche kursieren bereits zahlreiche Fotos im Internet. Angeblich soll Admir M.'s Ehefrau dessen Leiche inzwischen sogar identifiziert haben.

Die Erstmeldung:

Bei dem Überfall am Dienstag auf die Passagiermaschine (Flugnummer OS848, Airbus A320) am Flughafen haben die als "Soldaten" verkleideten Täter laut einem Bericht von krone.at rund zehn Millionen Euro erbeutet. Die bewaffneten Angreifer waren über einen Feuerwehrzugang in den Mutter-Teresa-Flughafen gelangt und auf das Rollfeld gestürmt. 

Die Männer waren mit Masken und Kampfanzügen maskiert und hatten die Flughafen-Mitarbeiter mit Waffengewalt gezwungen, sich auf den Boden zu legen. Nachdem sie das Geld verladen hatten, kam es bei der anschließenden Flucht zu einem Feuergefecht mit der Polizei. Dabei soll ein Täter von den Beamten erschossen worden sein. Die anderen drei Täter wurden von Spezialeinheiten, auch unter Zuhilfenahme von Hubschraubern, gejagt. Später konnte die Polizei vier weitere Männer festnehmen.

Eine Sprecherin von Austrian Airlines sagte, die Passagiere hätten sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Flugzeug befunden. Weder für die Fluggäste, noch für die Besatzung habe eine Gefahr bestanden. Die Maschine startete schließlich mit fast dreistündiger Verspätung.

Geld sollte nach Wien geflogen werden

Das Geld sollte zu einer Bank nach Wien geflogen werden. Ausländische Banken wählen diesen Weg für Bargeld, weil die albanische Zentralbank es nicht annimmt. Die Austria-Airlines-Sprecherin sagte, aus Sicherheitsgründen werde die Fluggesellschaft solche Geldtransporte künftig nicht mehr übernehmen. In den vergangenen drei Jahren hat es bereits mindestens zwei ähnliche Überfälle am Flughafen von Tirana gegeben.

AFP/mw

Quelle: rosenheim24.de

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