Todesurteil im Sudan

Nach Kindsgeburt: Entgeht Christin dem Strick?

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Im Gefängnis hatte die 27-Jährige eine Tochter zur Welt gebracht.

Khartum - Ihr Fall löste weltweit Proteste aus: Eine Sudanesin wurde wegen „Abtrünnigkeit“ vom Islam zum Tode verurteilt - dabei hat sie ihr Leben lang als Christin gelebt. Kommt die Frau jetzt frei?

Das Schicksal einer jungen Frau erregte international Aufsehen. Der Vater von Mariam Jahia Ibrahim Ischag ist Muslim, die Mutter aber eine orthodoxe Christin aus Äthiopien. Die heute 27-Jährige war wegen der weitgehenden Abwesenheit des Vaters als Christin erzogen worden. und heiratete im Jahr 2012 den Christen Daniel Wani. Nach sudanesischem Scharia-Recht war Ehe jedoch ungültig.

Das Al-Hadsch-Jusif-Kriminalgericht in Khartum hatte Ischag daher am 15. Mai wegen „Gotteslästerung“ und „Glaubensabtrünnigkeit“ (Apostasie) zum Tode durch Erhängen verurteilt. Die zu dem Zeitpunkt Hochschwangere kam ins Gefängnis, wo sie Anfang der Woche eine kleine Tochter zur Welt brachte. Sie könne dem Strick nur entkommen, wenn sie ihrem Glauben abschwöre und zum Islam zurückkehre. Der britische Premierminister David Cameron nannte das Urteil „barbarisch“.

Jetzt soll die Frau in den nächsten Tagen freikommen. Das sagte ein hoher Beamter des Außenministeriums in Khartum der Nachrichtenagentur dpa am Samstag. Abdullah al-Azrag erklärte, die sudanesische Regierung habe mit dem Fall nichts zu tun. Das Gesetz erlaube den Bürgern zu glauben, was sie wollten.

Al-Azrag erklärte, das Urteil werde von einem Berufungsgericht geprüft, das den Richterspruch abändern könne. Der Anwalt der Christin äußerte sich skeptisch, sagte dpa aber, das Berufungsgericht könne den Anklagepunkt Apostasie fallen lassen. Es bleibe dann aber noch die Beschuldigung wegen Ehebruchs, weswegen sie zu 100 Peitschenhieben verurteilt worden war.

dpa

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