Deutsche Urlauberin 2014 in Tirol getötet

Tödliche Kuhattacke vor Gericht: Landwirt soll 490.000 Euro zahlen

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Tirol - Eine 45-jährige Wanderin aus Rheinland-Pfalz ist auf einer Alm im Stubaital in Österreich im Juli 2014 von 20 Kühen und Kälbern attackiert und totgetrampelt worden. Die Hinterbliebenen klagten auf Schadenersatz. Nun ist Urteil im Zivilprozess ergangen.

Es war ein tragisches Ereignis, das Ende Juli 2014 im Pinnstal, einem Seitental des Stubaitals ereignet hat. Eine 45-Jährige aus Bad Dürkheim war mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs. Doch plötzlich liefen ca. 20 Kühe und ihre Kälber auf die Frau zu. Nach der Attacke wurde die Wanderin 45 Minuten lang reanimiert, erlag jedoch noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. Nach Ermittlungen der Polizei hatte es die Herde vermutlich auf den angeleinten Hund der Frau abgesehen. Die Obduktion ergab, dass die Urlauberin zu Tode getrampelt wurde.

Noch im Jahr 2014 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Landwirt ein. Doch die Hinterbliebenen strebten einen Zivilprozess an und forderten 487.000 Euro Schadenersatz. Sie warfen ihm vor, gegen die Sorgfaltspflicht eines Tierhalters verstoßen zu haben. Wie der ORF Tirol berichtet, sei nun das Urteil gegen den Landwirt ergangen. Demnach muss der vom Witwer beklagte Landwirt 490.000 Euro zahlen. 

Urteil hat möglicherweise Folgen für ganz Tirol

Während des Prozesses hatte der Landwirt laut ORF mehrfach darauf verwiesen, dass er Hinweis- und Warnschilder, die auf die Mutterkuhhaltung aufmerksam machten, bei den Zugängen zu seiner Weide angebracht hatte. Der Anwalt des Witwers beharrte jedoch darauf, dass der Landwirt dazu verpflichtete gewesen wäre, die Tiere von der Straße fernzuhalten, da diese öffentlich ist. Und auch das Gericht sah es so: Die Urteilsbegründung lautete, dass der Almbauer das Gebiet, in dem seine Kühe grasten, einzäunen hätte können, bestätigte der Anwalt des Landwirts gegenüber dem ORF Tirol.

Der Landwirt will nun gegen das Urteil Berufung einlegen. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, löse es eine "Lawine von Folgen insbesondere für Viehhalter im alpinen Bereich" aus, sagte der Anwalt des Landwirts gegenüber dem ORF Tirol. "Die freie Weide würde es dann nicht mehr geben, weil man dann jede Fläche von stärker frequentierten Wegen abzäunen muss. Und dann kommt noch das große Problem mit der Frage, ab wann ist ein Weg stärker frequentiert?" Eine Folge daraus könnte sein, dass Landwirte ein Queren ihrer Gründe nicht mehr erlauben, so der Anwalt. Das freie Wegerecht nach dem Forstgesetz gelte nämlich nur für den Wald und nicht für freie Weideflächen.

mh

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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