Tote Wörglerin Anfang April aus Inn geborgen

Fall Jennifer V.: Indizienprozess gegen Schwiegervater im Januar

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Die Leiche der zweifachen Mutter Jennifer V. wurde am 1. April aus dem Inn bei Kirchbichl geborgen
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Kirchbichl/Kufstein - Für die Staatsanwaltschaft ist klar: Die junge Mutter kam nicht bei einem Unfall ums Leben, sondern wurde zum Mordopfer. Mitte Januar muss sich nun der tatverdächtige Schwiegervater vor Gericht verantworten.

Anfang Oktober wurde die Anklage gegen den serbischen Schwiegervater von Jennifer V. rechtskräftig, nun ist klar: Am 11. und 12. Januar führt die Staatanwaltschaft einen Indizienprozess gegen ihn. Der Vorwurf: Mord an der eigenen Schwiegertochter. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung. Staatsanwaltschaft und Gericht gehen von einem Tötungsdelikt aus, da es für einen Unfall oder Selbstmord keinerlei Hinweis gibt.

Angeklagter beteuert seit Monaten seine Unschuld

Seit Mitte Mai sitzt der 43-Jährige in Untersuchungshaft und beteuert über seinen Verteidiger Mustafa Tuncer bis heute seine Unschuld: "Jenny war wie eine Tochter für mich!" Doch die Indizien wiegen schwer. Er hatte gegoogelt, ob ein abgeschaltetes iPhone geortet werden kann. Außerdem versandte er im Namen der damals noch Vermissten eine Abschieds-SMS. Laut Staatsanwaltschaft, um vorzutäuschen, dass die 26-Jährige seinen Sohn und die beiden gemeinsamen Kinder (zwei und vier Jahre) verlassen habe. Die Staatsanwaltschaft sieht dafür jedoch keinen Hinweis.

Am 2. Februar 2017 verschwand die zweifache Mutter auf dem Nachhauseweg von der Arbeit. Zwei Monate später wurde ihre Leiche aus dem Inn gezogen. Daraufhin wurde der Schwiegervater der 26-Jährigen verhaftet. Nachdem er mehrfach aufgrund mangelnder Beweise wieder freigelassen wurde, erhob die Staatsanwaltschaft schließlich Anklage wegen Mordes.

Ihr Ehemann wollte sie wohl verlassen

Sein Verteidiger, Mustafa Tuncer, dreht den Spieß um: "Der Ehemann der Frau hatte schon seit Längerem eine neue Partnerin. Hätte Jennifer V. deshalb aber ihren Mann verlassen, wären im serbischen Kulturkreis beide Kinder der Frau jedenfalls beim Mann verblieben." Sein Mandant habe versucht, die arrangierte Ehe seines Sohnes aufrecht zu erhalten und zwischen den Ehepartnern zu vermitteln, doch scheinbar erfolglos. Die 26-Jährige habe deshalb mehrfach gedroht, sich das Leben zu nehmen, sollte ihr Mann sie verlassen - auch in Gegenwart ihrer Mutter. Dies habe die Mutter bereits bei der Polizei ausgesagt. Tage nach dem Verschwinden von Jennifer V. sei der Ehemann mit seiner Freundin zusammengezogen.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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