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Trauer um Schauspieler-Legende

Hardy Krüger ist tot: „Seine Herzenswärme und Lebensfreude werden ihn unvergessen machen“

Schauspieler Hardy Krüger, aufgenommen während eines Pressetermins zu dem Theaterstück „Zarte Blume Hoffnung - Liebesbriefe aus einer geteilten Stadt“.
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Hardy Krüger ist am 19. Januar gestorben (Archivbild 2005).

Hardy Krüger Senior ist tot. Der Schauspieler und Schriftsteller starb am Mittwoch im Alter von 93 Jahren in Kalifornien, wie seine Agentur unter Berufung auf seine Ehefrau am Donnerstag mitteilte.

Hamburg/Kalifornien - Er sei plötzlich und unerwartet in seiner Wahlheimat Palm Springs gestorben. „Seine Herzenswärme, seine Lebensfreude und sein unerschütterlicher Gerechtigkeitssinn werden ihn unvergessen machen“, hieß es weiter. Dreimal war Krüger verheiratet, seit 1978 mit Anita Krüger. Krüger hinterlässt auch drei Kinder.

Hardy Krüger wurde am 12. April 1928 in Berlin geboren. Im deutschen Film hat er bereits frühzeitig Karriere gemacht, ist auf großen Bühnen aufgetreten und hat viele Bücher geschrieben. Hildegard Knef und Hardy Krüger waren die einzigen deutschen Schauspieler, die in den ersten drei Dekaden nach dem Krieg am Broadway spielen durften.

In den Jahren, in denen niemand einen Schauspieler sehen wollte, der einem Land entstammte, das die ganze Welt mit Tod und unsäglicher Not überzogen hatte, spielte er als erster Deutscher Hauptrollen in Filmen, die in London, Paris, Moskau, Australien und Hollywood entstanden. Die englische Presse hatte ihn 1957 zum Botschafter seines Landes erklärt.

Hardy Krüger im Durbridge-Krimi „Das Messer“ (1971).

In rund 75 Filmen spielte Krüger die Hauptrolle

In rund 75 Filmen spielte der gebürtige Berliner, der lange in Kalifornien und Hamburg lebte, die Hauptrolle. Krüger schaffte den Durchbruch außerhalb Deutschlands in dem britischen Kriegsfilm „Einer kam durch“. An der Seite von John Wayne war er in „Hatari!“ zu sehen, gemeinsam mit James Stewart und Peter Finch in „Der Flug des Phoenix“.

1963 erhielt das französische Filmdrama „Sonntage mit Sybill“ einen Oscar - Krüger spielte darin einen Vietnam-Veteran, der sich die Schuld am Tod eines vietnamesischen Kinds gibt. Der Schauspieler selbst erhielt im Laufe seiner Karriere verschiedene Auszeichnungen, darunter den Bundesfilmpreis und das Große Verdienstkreuz.

Krüger stand mit Stars wie Claudia Cardinale, Sean Connery, Yul Brynner, Charles Aznavour, Cathérine Deneuve und Orson Welles vor der Kamera. Im Fernsehen schuf er als „Weltenbummler“ in der gleichnamigen ARD-Reihe einen Klassiker. Mit seinem Buch „Eine Farm in Afrika“ startete Krüger auch eine Karriere als Schriftsteller. Nach langer Pause war Krüger 2011 auch wieder in einem TV-Drama („Familiengeheimnisse“) zu sehen. Jetzt ist der Ausnahmeschauspieler im betagten Alter von 93 Jahren gestorben.

„Eberhard Glückspilz kommt nach Hollywood“ - so hatte es der als Franz Eberhard August Krüger geborene Berliner mal rückblickend beschrieben. Ein „wunderschönes Leben“ habe er gehabt, fand er selbst und blieb bis ins hohe Alter „neugierig und hungrig“ auf noch mehr. Auch wenn er die Hauptstadt immer wieder als sein wirkliches Zuhause („Meine Heimat ist Berlin, hier will ich auch beerdigt werden“) bezeichnete, pendelte er lange Zeit seines Lebens zwischen Hamburg und Kalifornien.

Krüger selbst engagierte sich auch für ein anderes Projekt: Wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag startete er eine Initiative gegen rechte Gewalt. Bei ihm waren es die Schauspieler Hans Söhnker und Albert Florath, die seine Ansichten radikal veränderten. „In einem halben Jahr haben sie es geschafft, aus dem Adolf-Hitler-Schüler einen Anti-Nazi zu machen“, sagte er damals bei der Vorstellung des Projektes in Hamburg. Auch in seinem letzten Buch, „Was das Leben sich erlaubt - Mein Deutschland und ich“, nimmt er sich des Themas erneut an und erzählt von seinem Aufwachsen in NS-Deutschland.

Sohn trat in die Fußstapfen seines Vaters

Sein Sohn Hardy Krüger jr. trat in die Fußstapfen seines Vater. Der talentierte Schauspieler gehört ab Mitte Februar auch in der RTL-Show „Let‘s Dance“ zu den Anwärtern auf den Titel Dancing Star 2022. Auch er hat bereits ein bewegendes Leben hinter sich. Denn eine jahrelange Alkoholsucht hat Hardy Krüger jr. nach eigenen Worten fast umgebracht. „Ich hatte meinem Körper 25 Jahre lang viel zugemutet. Mein ganzer Stoffwechsel funktionierte nur, wenn ich getrunken habe“, sagte der 53-Jährige Ende des vergangenen Jahres. Über sein turbulentes Leben hat der Schauspieler auch das Buch „Wendepunkte“ geschrieben, das am 1. November erschien. Nun kommt ein weiteres trauriges Kapitel hinzu.

mz/dpa

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