Trinkwassernot auf Pazifik-Inseln

Wellington - Der Trinkwassermangel auf einigen Inseln der Südsee breitet sich aus. Ein weiteres Inselreich hat den Notstand ausgerufen. Bald drohen auch Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln.

Dürre im Südseeparadies: Nach dem Pazifik-Staat Tuvalu hat auch das winzige Inselreich Tokelau den Notstand ausgerufen, wie Neuseelands Außenminister Murray McCully am Dienstag mitteilte. In einigen Gemeinden beider Inseln reiche das Trinkwasser nur noch für eine Woche, die lebensnotwendige Flüssigkeit werde rationiert.

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Wegen ausbleibenden Regens könne sich die Krise noch ausweiten, warnte er. Auch in anderen Regionen werde das Trinkwasser inzwischen knapp. Es drohten Ernteausfälle und somit Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln. “Die Lage ist ziemlich ernst“, sagte McCully. Angesichts regionaler Klimagegebenheiten seien auch in den kommenden Monaten in Teilen des Pazifiks keine größeren Niederschläge zu erwarten.

Am Montag hatte ein neuseeländisches Militärflugzeug zwei Meerwasser-Entsalzungsanlagen sowie Experten des Roten Kreuzes nach Tuvalu gebracht. Am schlimmsten habe es die Insel Nukulaelae getroffen, sagte Neuseelands Beauftragter für den Pazifikstaat, Gareth Smith, im Rundfunk: “Es gibt dort für 330 Bewohner nur noch 60 Liter Wasser.“

Die Entsalzungsanlagen in Tuvalu produzierten zwar drei Liter Trinkwasser pro Minute. “Sie sind aber nur eine Notlösung“, erklärte Rot-Kreuz-Sprecher Andrew McKie. Der Pazifikstaat zwischen Australien und Hawaii ist mit seinen 26 Quadratkilometern eines der kleinsten Länder der Welt und zählt auf seinen neun Inseln 10 500 Einwohner.

Die Versorgung von Tokelau, wo knapp 1500 Menschen leben, ist schwieriger. Auf den drei Korallenatollen gibt es keine Landebahn für Flugzeuge. Wasser in Flaschen kommt per Schiff aus dem 500 Kilometer entfernten Samoa.

Bisher hatten Tuvalu, Tokelau und andere Südseeinseln vor allem mit einem anderen Problem zu kämpfen: Da der Klimawandel den Meeresspiegel ansteigen lässt, drohen sie zu verschwinden.

So hatte sich Tuvalu bei dem Klima-Gipfel in Cancún vehement dafür eingesetzt, nur eine Erwärmung der Erde von 1,5 Grad Celsius zuzulassen: Da die höchste Erhebung des Inselstaates nur fünf Meter betrage, könnten die Bewohner bei einem Zyklon nicht auf Berge klettern, sie hätten nur Kokospalmen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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