Treffen nach 37 Jahren

US-Arzt gibt Vietcong amputierten Arm zurück

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Arzt Axelrad bringt Ex-Vietcong Nguyen Quang Hung seinen amputierten Arm zurück.

Hanoi - Ein amerikanischer Arzt hat einem Ex-Vietcong-Soldaten seinen Arm zurückgebracht. Diesen hatte er dem damaligen Feind vor 47 Jahren im Vietnamkrieg amputiert.

Sam Axelrad (74) traf seinen einstigen Patienten Nguyen Quang Hung (73), der im Vietnamkrieg gegen die US-Armee gekämpft hatte, am Montag erstmals nach 37 Jahren wieder.

Der Vietcong-Soldat war seinerzeit in An Khe im Hochland in die Hände der Amerikaner gefallen. Er hatte eine schwere Schussverletzung im Arm. „Es war klar, dass er operiert werden musste, aber wir konnten ihn nirgends hinschicken“, erzählte Axelrad am Montag. Er operierte und nahm den ehemaligen Feind als Patienten in dem Feldlazarett auf. „Ich hatte erst Angst“, sagte Hung. „Aber nachdem mich Doktor Sam behandelt hat, war ich beruhigt.“

Der junge Militärarzt mit dem Vietcong-Soldat nach der Amputation im Jahr 1966.

Das Pflegerteam um Axelrad hob die Knochen damals auf, bastelte mit Draht daraus wieder einen Arm und gab ihn dem Arzt als Erinnerung an die Operation. Axelrad, der sich nach dem Krieg als Urologe in Texas niederließ, fand die Knochen vor ein paar Jahren in einer alten Armeekiste und beschloss, sie nach Vietnam zurückzubringen. Eine vietnamesische Zeitung berichtete über Axelrads Suche nach dem Patienten, und ein Verwandter von Hung meldete sich schließlich.

Hung hofft nach Jahrzehnten endlich auf eine Invalidenrente, wie er berichtete. Die Behörden lehnten seinen Antrag ab, weil er bisher nicht beweisen konnte, dass er den Arm im Krieg verloren hatte.

dpa

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