US-Regierung: Ölpest könnte Monate anhalten

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Carol Browner, Beraterin von Präsident Barack Obama: “Im schlimmsten Fall sprudelt das Öl bis August."

Washington/Hamburg - Keine Hoffnung auf rasches Ende der Öl- Katastrophe: Die US-Regierung bereitet sich darauf vor, noch monatelang mit der Ölpest im Golf von Mexiko leben zu müssen.

Nach dem Rückschlag des Öl-Konzerns BP im Kampf gegen das Desaster müsse man einkalkulieren, dass aus dem Leck im 1500 Meter Tiefe noch bis August täglich große Mengen Öl fließen könnten.

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Wie der US-Nachrichtensender CNN am Montag berichtete, belegten am Sonntag veröffentlichte, interne BP-Dokumente, dass es schon im März Probleme auf der “Deepwater Horizon“ gegeben habe. Das zeige ein E- Mail-Wechsel über die Situation am Bohrloch zwischen Ingenieuren und einem BP-Juristen. Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor enormen Umweltschäden. Man könne schlimmste Verschmutzungsszenarien, mit mehreren hunderttausend Tonnen Öl nicht ausschließen, sagte der Meeresbiologe und Öl-Experte von Greenpeace, Christian Bussau, der “Berliner Zeitung“ (Montagsausgabe).

Langfristige Schäden für das Ökosystem an der Küste des US-Bundesstaates Louisiana sind nach Einschätzung von Greenpeace wahrscheinlich, selbst wenn das Leck innerhalb der nächsten Tage geschlossen würde. Bussau rechnet im schlimmsten Fall mit Regenerationszeiten von bis zu 15 Jahren.

“Im schlimmsten Fall sprudelt das Öl bis August, bis die Entlastungsbohrungen gemacht sind. Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet“, warnte am Sonntag Carol Browner, Beraterin von Präsident Barack Obama in Energiefragen. Es handele sich um vermutlich um die schwerste ökologischen Katastrophe in der USA Geschichte, sagte Browner dem TV-Sender CBS.

Zugleich warnte sie vor möglichen Komplikationen beim weiteren Vorgehen gegen die Ölpest. Der vom Ölkonzern geplante nächste Schritt könnte dazu führen, “dass der Öl-Ausfluss aus dem Leck zeitweise um bis zu 20 Prozent steigt“.

Bei dem weiteren Vorgehen wollen die Ingenieure des BP-Konzerns versuchen, das defekte Steigrohr an der Quelle abzusägen und einen Auffangbehälter über die Öffnung zu platzieren. Dadurch solle zumindest ein Teil des ausströmenden Öls aufgefangen und auf ein Schiff gepumpt werden.

Mit dieser Operation sollte am Montag oder Dienstag begonnen werden, teilte die Regierung mit. Allerdings äußerten sich BP- Experten bereits im Vorfeld skeptisch.

Zuvor war die Operation “Top Kill“ gescheitert. Dabei hatten die Experten versucht, das Leck mit schweren Schlamm zu verschließen.

Die schwerste Ölpest in der US-Geschichte war am 20. April ausgelöst worden, als eine Explosion die Bohrinsel “Deepwater Horizon“ zerstörte. Wenig später versank die Plattform im Meer, elf Menschen kamen dabei ums Leben.

dpa

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