Verletzte bei Übergriffen während Oranier-Marsch in Belfast

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Die Polizei in Belfast setzt Wasserwerfer gegen militante Demonstranten ein.

Belfast - Am Rande eines Umzugs des protestantischen Oranier-Ordens in Nordirland haben militante Katholiken Brandsätze auf die Polizei geschleudert, außerdem explodierte eine kleinere Bombe.

In Belfast wurden bei Krawallen in einem mehrheitlich von Katholiken bewohnten Stadtteil mehrere Randalierer und neun Beamte verletzt. Mehr als 100 Polizisten waren dort mit drei Wasserwerfern gegen die Menge im Einsatz. Die Krawalle dauerten bis in die Nacht an. Die Randalierer stahlen mindestens drei Autos und setzten sie in Brand. Zwei davon ließen sie auf die Polizei zurollen.

In der Stadt Armagh, rund 65 Kilometer südwestlich von Belfast, explodierte eine kleine Bombe. Verletzt wurde dabei niemand. Die Oranier zogen durch eine andere Straße, als Sicherheitskräfte den Sprengsatz entdeckten. Er explodierte, bevor Experten ihn entschärfen konnten. Die Polizei hatte zuvor die Straße geräumt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Polizei und Politiker vermuteten aber Dissidenten der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) als Urheber.

Unter Polizeischutz setzen die Oranier ihren Marsch fort.

Die meisten Märsche in zahlreichen Orten in Nordirland hatten einen friedlichen Verlauf genommen. Die Oranier-Umzüge finden alljährlich üblicherweise am 12. Juli statt, dem Jahrestag der legendären Schlacht am Fluss Boyne nordwestlich von Dublin. Dort bezwang der Protestant Wilhelm von Oranien 1690 den englischen König Jakob II., einen Katholiken, und wurde dessen Nachfolger. Am Jahrestag der Schlacht kam es in der Vergangenheit regelmäßig zu Ausschreitungen.

In diesem Jahr fanden die Paraden am 13. des Monats statt, da die Tradition die Märsche nicht an einem Sonntag gestattet. Die Oranier bemühten sich zuletzt, den Umzügen einen friedlichen Anstrich zu geben und hoben den Unterhaltungsaspekt hervor. Zum ersten Mal blieben auch Einkaufszentren in der Innenstadt von Belfast geöffnet.

AP

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