Mehrere Indizien belasten Schwiegervater

Verwandter versendete SMS im Namen von toter Jennifer V.

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Wörgl/Kufstein - Noch immer ist der Fall der toten Mutter aus Wörgl nicht geklärt. Auch das Ergebnis der zweiten Obduktion ist noch unbekannt. Mehrere Indizien belasten nun den Schwiegervater:

Kann der Kriminalfall Jennifer V. jemals geklärt werden? Am Mittwoch (5. April) hat die Staatsanwaltschaft eine zweite Obduktion angeordnet. Die Gerichtsmediziner in Innsbruck konnten bei einer ersten Obduktion keine sichtbaren äußeren Verletzungen an der toten zweifachen Mutter Jennifer V. feststellen. Auch die toxikologischen Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf die Todesursache. Sie sei ertrunken, so das erste Ergebnis der Gerichtsmediziner.


Ehemann zog mit neuer Freundin zusammen

Eigentlich war nun das Ergebnis der zweiten Obduktion für Ende letzter Woche angekündigt, doch es verzögert sich. Die Obduktion in Graz ist offenbar zwar abgeschlossen, die Ergebnisse sollen aber erst nach Ostern veröffentlicht werden.

In der Zwischenzeit werden immer mehr Details bekannt: Nachdem erst der Ehemann von Jennifer V. ins Visier der Ermittler geraten ist (kurz nach dem Verschwinden der 26-Jährigen zog er offenbar mit seiner neuen Freundin zusammen), gebe es inzwischen mehrere Indizien, die gegen den Schwiegervater sprechen. Zweimal wurde er bereits verhaftet, aber wegen mangelnder Beweise jedesmal wieder entlassen. 


„Offenbar wollte er damit simulieren, dass die 26-Jährige noch am Leben ist."

Nun kam heraus: „Der Mann kaufte nach dem Verschwinden der Wörglerin zwei Wertkarten-Handys, mit denen er im Namen der Vermissten Nachrichten verfasste und verschickte", berichtet der bekannte Wiener Strafverteidiger Werner Tomanek, der die Hinterbliebenen der Wörglerin vertritt, der Tiroler Tageszeitung. „Offenbar wollte er damit simulieren, dass die 26-Jährige noch am Leben ist." Aber das sei nicht das einzige Indiz, das gegen den Schwiegervater spreche. Offenbar hatte der Mann auch nachweislich gegoogelt, ob ein abgeschaltetes Handy geortet werden könne.

Für Rechtsanwalt Tomanek unverständlich, dass sich der Mann nicht in U-Haft befinde: „Mir ist bewusst, dass die Todesursache derzeit noch unbekannt ist. Aber ich weiß auch, dass Verdächtige in Österreich schon wegen weit geringerer Vorwürfe in U-Haft gerieten. Hier geht's möglicherweise um Mord."

mh

Quelle: rosenheim24.de

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