Vier Terrorverdächtige in Schweden festgenommen

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Das Kunstzentrum Roda Sten befindet sich unter der knapp einen Kilometer langen Alvsborg-Brücke.

Stockholm - Die schwedische Sicherheitspolizei hat vier Männer unter dem Verdacht festgenommen, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben. Die Polizei ließ ein Kunstzentrum räumen.

Ein Sprecher der Sicherheitspolizei (SAPO), Stefan Johansson, sagte, die Verdächtigen seien am Sonntagmorgen abgeführt worden. Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Die Polizei in der zweitgrößten schwedischen Stadt erklärte in einer Stellungnahme, sie habe in der Nacht zum Sonntag ein Kunstzentrum in Göteborg geräumt. Grund sei eine Bedrohung gewesen, die ein ernstes Risiko für Leben und Gesundheit dargestellt habe. Man habe die Sicherheitspolizei bei den Festnahmen unterstützt. Das Kunstzentrum Roda Sten befindet sich unter der knapp einen Kilometer langen Alvsborg-Brücke.

Es war nicht klar, ob die Festnahmen im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Terroranschläge in den USA standen. Schweden hatte im vergangenen Oktober die Terrorwarnstufe angehoben. Im Dezember hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Innenstadt von Stockholm in die Luft gesprengt und zwei Menschen verletzt.

Sicherheitspolizei sieht keinen Grund zur Besorgnis

Eine Sprecherin der SAPO sagte, die Sicherheitspolizei sehe keinen Grund für eine weitere Anhebung der Terrorwarnstufe. “Nach unserer Einschätzung gibt es momentan keinen Grund für öffentliche Besorgnis“, sagte Sara Kvarnström. Ob das Kunstzentrum oder die Brücke als mögliches Ziel für einen Anschlag betrachtet würden, wollte Kvarnström nicht sagen.

Die Leiterin des Kunstzentrums, Mia Christerdotter Norman, sagte, rund 400 Menschen hätten zum Zeitpunkt der Räumungsanordnung gegen Mitternacht die Eröffnung einer internationalen Biennale für zeitgenössische Kunst gefeiert. Die Polizei habe darum gebeten, die Party ruhig zu beenden. “Das haben wir getan, und alle sind gegangen.“ Bei einer Durchsuchung des Gebäudes habe die Polizei nichts gefunden. Am Sonntag sei das Kunstzentrum normal geöffnet.

In einem früheren Bericht, der das Ausmaß islamistischer Netzwerke in Schweden untersuchte, hatte die SAPO die Gefahr eines Terroranschlags heruntergespielt. So widmeten sich radikale Muslime in Schweden in erster Linie der Unterstützung von Extremisten in anderen Ländern, darunter Somalia, Afghanistan und Pakistan, hieß es in dem Papier.

Der Terrorismus-Experte Magnus Norell lehnte es zwar ab, über die Hintergründe der jüngsten Festnahmen zu spekulieren. Er wies aber darauf hin, dass die generelle Bedrohungslage in Schweden gering bleibe. “Im Dezember 2010 war sie auch gering, aber zur gleichen Zeit ist Schweden ein Teil der Welt und eines globalen Kontexts“, sagte er.

dapd

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