Piraten geben deutschen Frachter „Patriot“ frei

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Der deutsche Frachter „Patriot“ ist wieder frei.

Berlin - Der deutsche Getreidefrachter “Patriot“ ist nicht mehr in Piratenhand. “Wir können bestätigen, dass das Schiff frei ist“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstagabend.

Damit halten Piraten an deutschen Schiffen nur noch die “Hansa Stavanger“, unter anderem mit fünf Bundesbürgern an Bord, in ihrer Gewalt. Über das Schicksal und den Aufenthaltsort der Geiseln ist derzeit nichts bekannt.

Piraten hatten den 31 000 Tonnen schweren Frachter “Patriot“ vor einem Monat im Golf von Aden 300 Kilometer südöstlich der jemenitischen Küstenstadt Mukalla überfallen. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter einer Hamburger Reederei sei bereits Freitag frei gekommen, hieß es. An Bord befanden sich keine Deutschen. Zu möglichen Lösegeldzahlungen und zu den Umständen der Befreiung machte der Sprecher keine Angaben.

Seit Monaten versucht die internationale Gemeinschaft der steigenden Zahl von Piratenüberfällen am Horn von Afrika Herr zu werden. Somalia hat keine Küstenwache und ist seit 19 Jahren ohne eine funktionierende Regierung. Auch Kriegsschiffe, die im Golf von Aden patrouillieren, konnten die Piraten bisher nicht abschrecken.

Nach der Entführung des Frachters “Patriot“ hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr ermittelt. Bisher wurden aber die wenigen Verfahren gegen Piraten, die deutsche Schiffe überfallen hatten und gefasst werden konnten, in Kenia geführt - die EU hatte ein spezielles Abkommen für solche Prozesse mit Kenia geschlossen.

Die EU hatte zuletzt im Rahmen der Anti-Piraten-Mission “Atalanta“ durchschnittlich sieben Fregatten im Golf von Aden und in dem großen Gebiet des Indischen Ozeans vor der Küste Somalias im Einsatz . Die EU überlegt auf französische Initiative hin, ob Sicherheitskräfte in Somalia selbst ausgebildet werden könnten. Zudem denken Deutschland und die anderen Mitgliedsstaaten über eine Ausweitung des Kampfes gegen die Piraten vor der somalischen Küste nach.

Bereits seit dem 4. April befindet sich das Containerschiff “Hansa Stavanger“ unter Kontrolle von Piraten. Das Schiff war rund 400 Seemeilen vor der Küste Somalias überfallen worden. An dem Fall “Hansa Stavanger“ war eine grundsätzliche Diskussion zwischen dem Auswärtigen Amt, dem Verteidigungs- sowie dem Bundesinnenministerium entbrannt. Weil die Bundesregierung sich sträubt, weiterhin mit hohen Millionenzahlungen Schiffe aus der Hand von Piraten freizukaufen, wurde ein Einsatz der Eliteeinheit GSG9 erwogen. Doch angesichts eines zu hohen Risikos für die 24-köpfige Besatzung und die Polizisten sowie wegen Sicherheitsbedenken der USA wurde der Einsatz der sich bereits in Kenia befindenden Elitetruppe abgeblasen.

dpa

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