GB: Debatte über Kriegseinsatz

Zahlreiche Tote bei Gefechten in Afghanistan

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Ein britischer Soldat der ISAF Truppe sichert den Ort eines Autobombenanschlags in Kabul.

Kabul - Bei Gefechten in Afghanistan sind erneut zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

Der Polizeichef der südafghanischen Provinz Urusgan, Juma Gul Hemat, sagte am Sonntag, Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF und der afghanischen Armee hätten zwölf Aufständische getötet. Die Truppen hätten in der Nacht zu Sonntag Taliban-Verstecke in der Provinzhauptstadt Tarin Kowt gestürmt. Unter den Toten sei ein Taliban-Kommandeur. Bereits am Freitag seien 15 Taliban-Kämpfer getötet worden, die vor der Großoffensive in der benachbarten Provinz Helmand geflohen seien.

Der Polizeichef der zentralafghanischen Provinz Logar, Mustafa Khan Mosseni, sagte am Sonntag, fünf Polizisten seien getötet worden, als ihr Fahrzeug am Vortag in eine Sprengfalle geriet. In der nordafghanischen Provinz Baghlan wurden nach Polizeiangaben vier Taliban getötet, darunter ein Kommandeur der Aufständischen. Der Sprecher der Provinzregierung Logars sagte, US-Soldaten hätten einen früheren Polizeioffizier vor seiner Familie in seinem Haus erschossen. Die Soldaten hätten zwei Söhne und einen Bruder des Ex-Offiziers festgenommen. Die Truppen hätten dem Opfer fälschlicherweise vorgeworfen, Verbindungen zu den Aufständischen zu unterhalten. Die US-Truppen äußerten sich nicht zu dem Fall.

Mehr britische Soldaten in Afghanistan als im Irak getötet

Derweil ist in Großbritannien eine Debatte über den Afghanistan-Einsatz entbrannt. Angesichts der steigenden Zahl getöteter Soldaten werfen Kritiker der Regierung vor, die Streitkräfte seien für ihre schwierige Aufgabe nur unzulänglich ausgerüstet. Das Verteidigungsministerium in London hatte am Freitag mitgeteilt, binnen 24 Stunden seien in Afghanistan acht Angehörige der britischen Truppen umgekommen. Damit hat der Einsatz nun mehr britische Soldaten das Leben gekostet als der Irak-Krieg.

Premierminister Gordon Brown verteidigte am Samstag die Afghanistan-Strategie seiner Regierung. Die Kommandeure vor Ort seien vom Erfolg ihrer Mission überzeugt, schrieb er in einem Brief an einen Parlamentsausschuss. Es gehe darum, die terroristischen Netzwerke in Afghanistan und Pakistan auszuschalten, die Regierungen beider Länder gegen die Taliban zu unterstützen, den Heroin-Handel zu bekämpfen und langfristig für Stabilität zu sorgen.

Die rund 8.000 britischen Soldaten kämpfen derzeit in der südafghanischen Provinz Helmand gegen die Taliban - Seite an Seite mit mehreren tausend US-Marineinfanteristen.

US-Präsident Barack Obama verwies angesichts der Debatte in Großbritannien auf die Bedeutung des Einsatzes. Der Krieg sei notwendig, um zu verhindern, dass die Terroristen in Afghanistan und Pakistan einen sichereren Zufluchtsort finden, sagte Obama in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders Sky News. Für die Europäer stehe mindestens genauso viel auf dem Spiel wie für die Amerikaner, wenn nicht sogar mehr.

Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes im September 2001 kamen dort bislang 657 US-Soldaten ums Leben, allein 106 in diesem Jahr. Die Zahl der getöteten britischen Soldaten liegt aktuell bei insgesamt 184 - fünf mehr als im Irak. Wie die US-Truppen am Sonntag mitteilten, wurden bei Bombenanschlägen im Süden Afghanistans am Samstag erneut vier US-Soldaten getötet. Außerdem erlag ein Soldat seinen Verletzungen, die er bei Kämpfen im Juni erlitten hatte.

ap

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