Zwölf Jahre Haft für Flammenwerfer-Mord

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Wien -Ein 49-jähriger Österreicher hatte seine Schwiegereltern mit einem selbst gebastelten Flammenwerfer getötet - ein Jahr nach der Tat ist er nun zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Die Geschworenen am Strafgericht in Graz legten dem Mann Totschlag, Mord und Brandstiftung zur Last. Er hat im Oktober 2008 seine 84-jährigen Schwiegereltern mit einer zum Flammenwerfer umfunktionierten Gasflasche getötet. Verteidigung und Anklage kündigten umgehend an, in Berufung zu gehen. Die Staatsanwaltschaft hält die Strafe für zu milde.

Die Streitigkeiten in der Familie, die zusammen in St. Magdalena am Lemberg auf einem Hof lebte, waren im Oktober vergangenen Jahres nach Darstellung des Angeklagten eskaliert. Der bei einem Busunternehmen angestellte Steirer zündete nach einem Streit eine Propangasflasche an und hielt sie in Richtung des Schwiegervaters. Der alte Mann fing Feuer, seine Kleidung verbrannte komplett, wenig später war er tot. Die Schwiegermutter verbrannte im Bett, sie schrie noch “Was machst denn da?“. Mehrere Selbstmordversuche misslangen, der 49-Jährige rannte weg und wurde Stunden später von der Polizei aufgegriffen.

Den Tod des Schwiegervaters beurteilten die Geschworenen als Totschlag, den der wehrlosen Schwiegermutter, der aufgrund von Diabetes beide Beine amputiert worden waren, als Mord. Der Angeklagte bekannte sich schuldig - aber eben nur des Totschlags und der Brandstiftung, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

“Es war eine Kurzschlusshandlung“, erklärte er demnach. Ein psychiatrischer Gutachter führte aus, dass die Tat zwar als Affekthandlung einzustufen sei, eine Kurzschluss- oder Spontanhandlung aber auszuschließen sei. Es war bereits das zweite Gerichtsverfahren in dem Fall. Im März hatten ihn die Geschworenen nur wegen Totschlags verurteilt. Der Richter nahm die Entscheidung jedoch nicht an und setzte das Urteil aus.

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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