Räuberische Urzeit-Kakerlake entdeckt

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In uraltem Bernstein aus Myanmar blieb die räuberische Urzeit-Kakerlake erhalten. Foto: Günter Bechly/Staatliches Museum für Naturkunden in Stuttgart

Lange Beine und ein extrem beweglicher Kopf mit großen Augen - in Bernstein aus Asien fanden Wissenschaftler ein eigenartiges Insekt.

Stuttgart (dpa) - Pirschjäger in der Dämmerung: In uraltem Bernstein aus Myanmar haben Forscher aus Stuttgart und Bratislava ein bislang unbekanntes Insekt entdeckt.

Die Schabenart Manipulator modificaputis unterscheide sich stark "von allen anderen bekannten, lebenden oder ausgestorbenen Insekten", teilten Günter Bechly vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart und Peter Vršanský vom Geologischen Institut in Bratislava (Slowakei) mit.

Die räuberische Kakerlake gehöre in die frühe Verwandtschaft der Gottesanbeterinnen, habe aber völlig anders gejagt, hieß es. "Sie hatten keine Fangbeine, sondern lange Beine zum schnellen Laufen und einen sehr beweglichen Kopf mit extrem langen Tastern, die fast wie ein viertes Beinpaar wirken." Ihre Färbung und die großen Augen deuteten darauf hin, dass es sich bei den etwa ein Zentimeter großen Tieren um dämmerungsaktive Pirschjäger handelte, die vor knapp 100 Millionen Jahren ihrer Insektenbeute nachstellten. Ihre Entdeckung wird in der Fachzeitschrift "Geologica Carpathica" beschrieben.

Ebenfalls in Bernstein aus Myanmar eingeschlossen hatten Forscher kürzlich den ältesten Beleg für Brutpflege bei Insekten gefunden. Ein "Schnappschuss" aus der Erdgeschichte zeigt ein weibliches Insekt bei der Brutpflege. Die nur sechs Millimeter große Schildlaus habe sich und ihre rund 60 Eier mit einem Kokon aus Wachs eingeschlossen und so vor Fressfeinden und Austrocknung geschützt, berichtete ein Forscherteam um den Bonner Paläontologen Torsten Wappler.

Fachzeitschrift Geologica Carpathica

Museum über Günter Bechly

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