Westerwelle hat eine „Flirt-Stimme“

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Hamburg – Unsere Stimme ist ein Schlüssel zum Herzen und ein geheimer Verführer, sie signalisiert, welche Beziehung sich der Sprechende zum Zuhörer wünscht, kann so Nähe oder Distanz, Dominanz oder Unterordnung transportieren – und Flirtsignale aussenden.

Wer flirtet, tut das hauptsächlich über die Stimme. Das gilt nicht nur in der Liebe, sondern auch im politischen Tagesgeschäft. In Zeiten des Wahlkampfs wird für unsere Politiker der Wähler zum Objekt der Begierde. Wie eine auf wissenschaftlicher Basis durchgeführte Stimmanalyse bei den Spitzenkandidaten zeigt, erreicht der ‚gestylte Macher’ Guido Westerwelle die volle Punktzahl auf einer Flirtskala von Eins bis Fünf. Mit immerhin drei Punkten ist die impulsive Renate Künast Vize-Flirtkanzlerin. Mithilfe weiblicher Verführungskunst schafft es Angela Merkel neben der ‚ungeduldigen Dampfturbine’ Oskar Lafontaine, je zwei Punkte, auf den dritten Platz. Verlierer ist Frank Walter Steinmeier; nur einen Punkt erreicht der ‚ermüdende Prediger’. Im Auftrag der Partnerschaftsbörse amio.de untersuchte der bekannte österreichische Stimmexperte Arno Fischbacher anhand repräsentativen Stimmmaterials, welcher deutsche Politiker das meiste Flirt-potenzial hat.

Stimmexperte Arno Fischbacher: „Die Faktoren, die ich der Analyse zum Flirtverhalten der Politiker zu-grunde gelegt habe, sind: erotische Stimmlage, Interesse am Publikum, abwechselungsreiches Sprechen, Einbeziehung der Zuhörer sowie das Einbringen von emotionalen (sexuellen) Signalen. Anhand dieser Checkliste zeigt sich eindeutig: Guido Westerwelle sendet mit Abstand die meisten Flirtsignale aus und ist ein guter Verführer mit der Stimme.“

Die Stimmanalysen-Ergebnisse bei Spitzenpolitikern im Überblick:

Renate Künast, die impulsive Streiterin: Ebenfalls eine gute Flirtkandidatin, die dialogorientiert spricht und leidenschaftlich um die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer buhlt. Leider ist sie etwas zu impulsiv und kämpferisch; sie steckt geradezu ihr Territorium stimmlich ab. Dadurch wirkt sie oft spröde.

Angela Merkel, wenn sie will, mit weiblicher Verführungskunst: Sie kann flirten, will das aber nicht in jeder Situation. Im Sachgespräch ist sie die ‚Chefin’, und ihre Stimme bleibt unpersönlich und grau. In Inter-views und Talkshows jedoch spricht sie mit einer überraschend jugendlich und weiblichen Stimme und zeigt großes Interesse am Zuhörer – eindeutige Flirtsignale.

Oskar Lafontaine, die ungeduldige Dampfturbine: Er versucht zu flirten und seine Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Leider schießt er dabei über das Ziel hinaus, seine Stimme klingt dann wie eine ungeduldige Dampfturbine und lässt seinem Publikum wenig Raum zum Mitdenken. Auch im Gespräch verfällt er bis-weilen in Selbstgespräche, ohne wahrzunehmen, was andere sagen und ohne sie einzubeziehen.

Frank Walter Steinmeier, der ermüdende Prediger: Er versteht es überhaupt nicht, zu flirten. Mit er-müdender Stimme predigt er vom Podium, als sei er im alleinigen Besitz der Wahrheit und signalisiert seinen Zuhörern damit: Ihr langweilt mich! Auch in der Spontanrede hat er einen Hang zum Monologisieren. Nur im Zwiegespräch kann er charismatisch und überzeugend sein.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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