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Bald soll eine WhatsApp-Funktion Geld kosten - aber nicht für alle

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Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp will mit Business-Kunden künftig endlich Geld verdienen
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WhatsApp will künftig Geld verdienen. Mit dieser für Firmen unverzichtbaren App-Erweiterung sollte das gelingen. Auch private Nutzer profitieren von der Neuerung.

Mountain View / Kalifornien - Für das amerikanische Unternehmen Whatsapp Inc. scheint dieser Herbst die Zeit der großen Neuerungen zu sein. Allein im Oktober dieser Jahres kündigte es mehrere neue Funktionen für seinen Instant-Messaging Dienst an. Von der Einführung des sogenannten „Dark Mode“ über den „Urlaubs- und Ruhemodus“ bis zur Sticker-Funktion, die seit letzter Woche aktiv ist, haut die zum Facebook-Konzern gehörende App aktuell ein Update nach dem anderen raus. 

Tolle Spielereien, die dem Unternehmen aber kein Geld einbringen. Denn „WhatsApp“ ist für private User kostenfrei. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Damit künftig dennoch endlich Einnahmen sprudeln, hat das Unternehmen eine Erweiterung seiner Applikation entwickelt, die seine privaten User zwar inhaltlich betrifft, aber nur Firmen zur Kasse bittet. 

Bislang können User mit der kostenfreien App Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie Standortinformationen, Dokumente und Kontaktdaten zwischen zwei Personen oder in Gruppen austauschen und auf Basis des Internets auch über die Anwendung telefonieren - auch Videoanrufe sind seit zwei Jahren möglich. Mit „WhatsApp Payment“ kam Anfang 2018 eine Bezahlfunktion hinzu, mit der vorerst nur Nutzer in Indien Zahlungen senden und empfangen können. 

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So will WhatsApp seiner Nutzerdaten künftig zu Geld machen

Das 2009 von Jan Koum (42) und Brian Acton(46) gegründete Unternehmen wurde 2014 von Facebook Inc. für 19 Milliarden US-Dollar gekauft. Ein Umstand, der vielen Datenschützern Sorge bereitete. Denn der beliebte Internetdienst übermittelt standardmäßig alle in den Handy-Kontaktlisten gespeicherten Namen und Nummern seiner User an Server in den USA - und zwar auch derjenigen Kontaktpersonen, die den Dienst gar nicht nutzen. 

Der Popularität der App tut dies indes keinen Abbruch - im Gegenteil: 1,2 Milliarden Menschen versenden über ihntäglich rund 55 Milliarden Nachrichten. Da liegt die Monetarisierung der gesammelten Nutzderdaten natürlich nahe. Ab 2019 sollen Firmen auf WhatsApp auch Werbung schalten können. Nicht in den Chats, aber im Status-Bereich der User. 

WhatsApp-Gründer Jan Koum bei der Digital-Life-Design-Konferenz München im Jahr 2016

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WhatsApp-Business soll Einnahmen sprudeln lassen

Eine weitere lukrative Einnahmequelle sieht die Facebook-Tochter in der „Business-to-Consumer“-Kommunikation, also der Kommunikation zischen Unternehmen und Privatpersonen. Zu diesem Zweck hat die Facebook-Tochter „WhatsApp Business“ ins Leben gerufen. Denn Unternehmen, die Nutzer über WhatsApp erreichen wollen, müssen dafür natürlich bezahlen. 

Wem bringt WhatsApp Business was?

Firmen haben dadurch „WhatsApp Business“ die die Möglichkeit quasi rund um die Uhr mit ihren Kunden in Verbindung zu bleiben und noch direkter mit ihnen zu kommunizieren. Die App gab es bisher nur für Android-Nutzer, soll aber in wenigen Tagen auch für iOS-Nutzer über den Apple-Store downloadbar sein. 

Wie chip.de berichtet,brauchen private User die App nicht: „Vielmehr richtet sich die App an Betriebe. Sie erhalten dadurch automatisch auf dem regulären WhatsApp ein zusätzliches Unternehmensprofil. Über WhatsApp Business können sie ihren Kundenservice anschließen.“ 

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Für private User wird der neue Business-Service also in der herkömmlichen WhatsApp-Anwendung ablaufen. Angeblich auch zu deren Vorteil: Ob Versandbestätigungen, Terminvereinbarungen oder Bordkarten-Bereitstellung - das Potential für einen positiven Nutzen ist riesig. WhatsApp-User müssen der Kommunikation mit Unternehmen im Vorfeld natürlich erst zustimmen. Der Austausch erfolge verschlüsselt, heißt es. WhatsApp könne die Inhalte der Kommunikationsflüsse nicht einsehen. Nutzer, die nach ihrer Einwilligung nicht mehr von Firmen kontaktiert werden wollen, sollen diese ganz unkompliziert blockieren können. 

Sven Barthel

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