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Anna Gandler im Porträt

Österreichs Biathlon-Nachwuchstalent will mit eigenem Weg in die Weltspitze

Anna Gandler (links) und Fritz Pinter am Schießstand in Ruhpolding.
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Anna Gandler (links) und Fritz Pinter am Schießstand in Ruhpolding.

Fest in der Hand der österreichischen Biathleten war zuletzt die Ruhpoldinger Chiemgau Arena. So bereitete sich die Damen A-Mannschaft mit Cheftrainer Markus Fischer und Weltmeisterin Lisa Hauser auf die kommende olympische Saison vor.

Von Siegi Huber

Ruhpolding - Unter der Leitung des ehemaligen Weltklasse-Skijägers Dominik Landertinger feilten zwölf hoffnungsvolle Nachwuchstalente aus unserem Nachbarland an ihrer Form. Eine von ihnen war eines der größten Talente aus dem Bereich des ÖSV, Anna Gandler vom SC Kitzbühel.

Die 20-jährige gewann 2020 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lenzerheide Gold in der Verfolgung. Gandler ist die Tochter des ehemaligen Spitzenlangläufers Markus Gandler, der sie bereits im Alter von drei Jahren zum Langlaufen brachte.

Beim Trainingscamp in Ruhpolding hatten die Sportler oft mit starken Regen zu kämpfen, zogen aber ihr Programm am Schießstand und auf der Rollerbahn bravourös durch. Außerdem waren auch Einheiten im Kraftraum angesetzt. „Das hat schon gepasst, ich komme gerne nach Ruhpolding“, so die junge Sportlerin, die sich seit dem Sommer voll auf den Sport konzentrieren kann.

Vater als wichtigste Bezugsperson

Im Mai hat sie die Schule mit der Matura abgeschlossen und das obwohl sie als 19-jährige das Skigymnasium in Stams verlassen hatte und die Abendschule in Innsbruck besucht hat. „Ich habe mir den Schritt wohl überlegt, ich war schon immer sehr selbstständig. Im Internat wird dir alles abgenommen. Ich war oft krank, machte mir selbst Stress und habe mich nicht wohl gefühlt. Daher musste ich mir wieder alles mehr selbst einteilen.“

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Eine typische „Gandler-Entscheidung“, genauso wie jene, dass sie auf die Trainingspläne ihres Vaters baut. Er ist ihre Bezugsperson im Sport und kümmert sich um die 20-jährige. „Er weiß wo es langgeht und kennt aus eigener Erfahrung, welche Fehler man in einer Karriere machen kann“, erklärt sie.

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Beim Schießen vertraut sie auf ÖSV-Nachwuchstrainer Reinhard Gössweiner, ihr Trainer bei den Juniorinnen ist Fritz Pinter. Dazu trainiert sie auch mit der Gruppe von Bernhard Kröll der schon Magdalena Neuner und Laura Dahlmaier unter seinen Fittichen gehabt hat.

„Ich bin eine Perfektionistin und selten zufrieden“, gibt sie zu und geht daher oft ihren eigenen speziellen Weg. Die Vorbereitung in diesem Sommer ist nach ihren Worten beinahe perfekt verlaufen. „Die angestrebten Verbesserungen habe ich erreicht“, verrät sie. „Im Laufen und Schießen kann ich konkurrenzfähig sein. Meine Schwäche ist meine Nervosität vor dem Wettkampf, vor allem im mentalen Bereich steht mir noch viel Arbeit bevor“, sagt sie zu ihren Stärken und Schwächen.

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Franziska Preuß, Geb.: 11.03.1994, Skiclub: SC Haag
Franziska Preuß, Geb.: 11.03.1994, Skiclub: SC Haag © picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Denise Herrmann, Geb.: 20.12.1988, Skiclub: WSC Erzgebirge Oberwiesenthal
Denise Herrmann, Geb.: 20.12.1988, Skiclub: WSC Erzgebirge Oberwiesenthal © picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Vanessa Hinz, Geb.: 24.03.1992, Skiclub: SC Schliersee
Vanessa Hinz, Geb.: 24.03.1992, Skiclub: SC Schliersee © picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Maren Hammerschmidt, Geb.: 24.10.1989, Skiclub: SK Winterberg.
Maren Hammerschmidt, Geb.: 24.10.1989, Skiclub: SK Winterberg. © picture alliance/dpa | Martin Schutt
Marion Deigentesch
08767274-28d7-4a0a-a8d0-2f46a6af11ea.jpg © DSV
Karolin Horchler, Geb.: 09.05.1989, Skiclub: WSV Clausthal-Zellerfeld
Karolin Horchler, Geb.: 09.05.1989, Skiclub: WSV Clausthal-Zellerfeld © picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Janina Hettich, Geb.: 16.06.1996, Skiclub: Ski Club Schönwald e.V.
Janina Hettich, Geb.: 16.06.1996, Skiclub: Ski Club Schönwald e.V. © picture alliance/dpa | Martin Schutt
Vanessa Voigt, Geb.: 07.10.1997, Skiclub: SV Rotterode
Vanessa Voigt, Geb.: 07.10.1997, Skiclub: SV Rotterode © Deutscher Skiverband

Im kommenden Winter strebt Anna Gandler einen Start im IBU-Cup an, da hat sie aus der vergangenen Saison einen vierten Platz als bestes Ergebnis stehen. Auch die Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft in Salt Lake City ist erklärtes Ziel. Dazu spekuliert sie auf einen möglichen Start im Weltcup. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 in Peking betrachtet sie als schwierig, meint aber dazu: „Man wird wohl davon träumen dürfen.“

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Als ihr Ziel gibt sie eindeutig den Sprung in die Weltspitze vor. Für diesen Weg dorthin ordnet sie alles unter. Zuletzt gewann sie beim Citybiathlon in Wiesbaden mit Thomas Postl das Juniorenrennen. In ihrer knappen Freizeit spielt Anna Gandler Geige oder sie geht ihrem Hobby backen und kochen nach. Dafür bleibt aber die kommenden Wochen wenig Zeit, schließlich beginnt für die Biathleten allmählich die heiße Phase für den kommenden Winter.

SHu

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