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Eiskunstlauf

Erinnerung an Jahrhundertkür - Savchenko: „Nie vergessen“

Savchenko und Massot
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Die Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot haben bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang olympisches Gold gewonnen.

Die Jahrhundertkür bei den Winterspielen 2018 ist für Aljona Savchenko die Krönung einer Erfolgsgeschichte im Paarlauf. Gern wäre sie mit Bruno Massot bei den Peking-Spielen noch einmal gelaufen.

Peking - Sport kann magische Momente und Augenblicke des puren Glücks schaffen. Eine der Sternstunden ist die sogenannte Jahrhundertkür der deutschen Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot bei ihrem Olympiasieg 2018 in Pyeongchang gewesen.

„Das kann man nie vergessen. Es ist einer meiner schönsten Momente, die ich in meinem Leben hatte“, sagte Savchenko der Deutschen Presse-Agentur.

Dank des Weltrekordes von 159,31 Punkten für eine Fabel-Kür zu „La Terre vue du ciel“ von Armand Amar hatte das Duo vor vier Jahren noch die Weltmeister Sui Wenjing/Han Cong aus China vom Gold-Platz verdrängt. „Das waren magische Olympische Spiele, nicht nur die Kür, sondern auch die Geschichte mit dem Kurzprogramm, nach dem wir nur Vierte waren“, sagte die heute 38 Jahre alte gebürtige Ukrainerin und Wahl-Oberstdorferin. „Da hatten uns viele längst abgeschrieben.“ Sie habe aber bis zur letzten Sekunde daran geglaubt, „dass ich schaffe, wovon ich geträumt habe“, erzählte Savchenko.

Savchenko hätte sich weitere Teilnahme gewünscht

Gern wäre die sechsmalige Weltmeisterin auch bei diesen Spielen in Peking mit Massot an den Start gegangen, doch der gebürtige Franzose wollte nicht mehr. „Ja, ich hätte es mir gut vorstellen können, noch einmal mit Bruno anzutreten“, sagte Savchenko. Noch einmal bei Olympia dabei zu sein, „wäre die Kirsche auf der Torte gewesen“.

Zugetraut hätte sie es sich allemal. „Mit meinem körperlichen Leistungsvermögen könnte ich noch bei mehreren Winterspielen antreten“, betonte die resolute Savchenko, mit der es ihr Partner Massot nicht immer leicht hatte. „Manchmal hatte ich bei Aljona das Gefühl, in der Armee zu sein“, sagte er in dem Dokumentarfilm „Die Kür ihres Lebens“, der kurz vor den Peking-Spielen Premiere hatte.

Noch vier Jahre später rührt die Kür ihre Nachfolger Minerva Hase und Nolan Seegert. „Wenn ich die Kür anschaue, habe ich Tränen in den Augen“, sagte die Berlinerin. „Emotional und technisch war es ein perfektes Programm, besser hätte es nicht laufen können.“ In Peking streben die EM-Fünften von 2020 einen Top-Ten-Platz im Wettbewerb der Paare an, der mit der Kür am Samstag endet. An die Strahlkraft der Jahrhundertkür ihrer Vorbilder heranzukommen, hält Seegert kaum für möglich: „Wenn ich es mir anschaue, ist es ziemlich unerreichbar.“

Für Witt war es eine „perfekte Kür“

Für Eiskunstlauf-Ikone Katarina Witt war es eine perfekte Kür, „vom ersten Wimpernschlag und Loslaufen bis zum Schluss. Ein besonderer Moment der jüngeren Eislauf-Geschichte“, wie sie es formulierte. Witt hebt diese Kür auf eine Stufe mit dem legendären „Bolero“ der britischen Eistänzer Jayne Torvill und Christopher Dean bei den Winterspielen 1984 in Sarajevo. Die Deutsche Eislauf-Union hat diesen historischen Triumph nicht genutzt, um für die Sportart im eigenen Land zu werben. „Ich helfe, wenn mich jemand fragt“, sagte Savchenko. Gefragt hat von der DEU in den vergangenen vier Jahren keiner. Dabei gibt es keine deutschen Eiskunstläufer mehr in der Weltspitze.

Für Kati Witt ist das ein großes Versäumnis. „So ein Momentum kann etwas auslösen. Zum Beispiel, dass die nächste Generation oder mehr Kinder sie als Vorbilder ansehen und Lust auf Eiskunstlauf bekommen“, sagte sie. Warum die DEU die Olympiasiegerin nicht als Vorbild eingespannt oder Trainerin engagiert hat, begründete Vizepräsident Reinhard Ketterer so: „Aljona ist eben keine Franziska van Almsick, die ein Medienstar geworden ist, obwohl sie bei Olympia nur Bronze im Schwimmen gewann.“ dpa