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Olympische Winterspiele

„Krimi mit Happy End“: Silber-Coup der Langläuferinnen

Silber
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Katherine Sauerbrey, Katharina Henning, Victoria Carl und Sofie Krehl (v.l.) jubeln über den zweiten Platz.

In vergangenen Jahren waren die deutschen Langläuferinnen und Langläufer oft schon vor dem Start abgeschrieben. Vier Loipen-Spezialistinnen zeigen, dass das in Zukunft anders sein könnte.

Zhangjiakou - Auch einen Tag nach dem größten deutschen Langlauf-Erfolg bei Olympia seit zwölf Jahren leuchteten die Augen von Katharina Hennig, Katherine Sauerbrey, Victoria Carl und Schlussläuferin Sofie Krehl vor Freude.

„Wir haben alle gestern eine Sechs gewürfelt“, sagte Carl auf einer Pressekonferenz des deutschen Teams. Ihr Lächeln war auch hinter der Corona-Schutzmaske deutlich zu erkennen. Mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille in einem der packendsten Langlauf-Rennen der jüngeren Vergangenheit war der Frauen-Staffel tags zuvor ein echter Coup gelungen.

Nach Jahren des sportlichen Leidens und der Rückschläge bei Großereignissen brachte Hennig die besondere Bedeutung des Erfolgs auf den Punkt. „Es macht wahnsinnig viel aus. Es ist einfach schön, wenn man irgendwann auch mal für die harte Arbeit belohnt wird“, sagte die 25-Jährige.

„Die Mädels haben ein Ausrufezeichen gesetzt“

Teamchef Peter Schlickenrieder sprach mit Blick auf das enge Rennen von einem „Krimi mit Happy End“ und einer „Sensation“. Nach zwischenzeitlich großem Abstand auf die Plätze drei und vier rettete Krehl am Ende einen Vorsprung von 2,5 Sekunden auf die drittplatzierten Schwedinnen und drei Sekunden auf Finnland „auf der letzten Rille“ ins Ziel, wie es Schlickenrieder formulierte.

„Die Mädels haben ein großes Ausrufezeichen gesetzt für eine große starke Mannschaft, wo ganz viele mithelfen, dass es funktioniert“, sagte Schlickenrieder. Der Outdoor-Enthusiast und leidenschaftliche Motivator hatte die Langläuferinnen und Langläufer 2018 übernommen. Beim ersten großen Ziel, der Heim-WM in Oberstdorf im vergangenen Jahr, enttäuschte sein Team noch. Auch deshalb ist der Erfolg für den 51-Jährigen jetzt mit besonderen Emotionen verbunden.

„Ich habe letztes Jahr bei der WM...“, begann Schlickenrieder, Seine Stimme stockte, er wischte sich eine Träne aus dem Gesicht, „... ein schönes Bild bekommen. Der kleine Drache und der Pandabär sind gemeinsam gewandert. Fragt der Panda den Drachen: „Was ist wichtiger, das Ziel oder der Weg?“ Sagt der kleine Drache: „Die Weggefährten.“ Das bringt's für mich auf den Punkt.“ Der Teamgedanke, die Zusammenarbeit - das ist dem Bayer wichtig. Immer wieder verwies er nach dem Staffelerfolg auf die Arbeit der Heimtrainer, „Wachsler“ und anderer Helfer rund um die Sportler.

„Kämpfen wie die Schweine“

Der beeindruckende Auftritt des Frauen-Quartetts soll erst der Anfang sein. Schlickenrieder hofft auf einen langfristigen Effekt für seine Sportart. „Ich glaube, dass wir noch sehr viel leistungsfähiger sind. Es gibt noch ein paar Energiefresser, die ich gerne eliminieren würde“, sagte er. „Wir haben viel gearbeitet, aber es ist auch noch mindestens ein genauso großer Berg vor uns.“

Nach dem fünften Platz der Männer-Staffel am Sonntag stehen bei den Winterspielen noch vier Wettbewerbe für seine Mannschaft auf dem Programm. Auch für den Teamsprint am Mittwoch machen sich die Deutschen nun Hoffungen. „Auch da haben wir eine Chance. Wir sind natürlich jetzt heiß, keine Frage“, sagte Hennig und sagte dann einen Satz, den sie schon vor Staffel-Silber ausgesprochen hatte: „Wir werden wieder kämpfen wie die Schweine.“ dpa