Ziele der österreichischen Biathleten sind hoch gesteckt

Olympiasieger Ricco Groß: „Zum Saisonstart siehst du es knallhart, ob du fit bist“

Portrait von Trainer Ricco Groß
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Der Trainer des A-Kaders der österreichischen Biathleten Ricco Groß.

Traunstein/ Ruhpolding - Trainer Ricco Groß hat große Pläne für den österreichischen A-Kader der Biathleten. Seine Arbeit ist dem Trainer wichtig. Da muss auch die Feier zu seinem 50. Geburtstag hinten anstehen.


Zu einem Trainingslager mit Testwettkämpfen haben sich die österreichischen Biathleten mit ihrem Trainer Ricco Groß in der Ruhpoldinger Chiemgau Arena getroffen. „Wir wollten die Form überprüfen und schauen, wo noch an den Stellschrauben gearbeitet werden muss“, so Groß, der als Ruhpoldinger in der Arena ein Heimspiel hat.

„Ich komme natürlich immer gerne mit meinen Sportlern hier her“, so der 50-Jährige der seit zwei Jahren Herrentrainer des ÖSV-A-Kaders ist. Sechs Sportler umfasst aktuell sein Team, die bekanntesten sind Simon Eder, Julian Eberhard und Felix Leitner. Verzichten muss er ab sofort auf Dominik Landertinger, der Bronzemedaillengewinner der WM von Antholz hat seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärt. „Der Landi wird uns schon fehlen, ich kann aber seine Entscheidung nachvollziehen“, so der vierfache Olympiasieger.


Für diese Saison hat Groß die sportlichen Ziele für sein Team klar abgesteckt. Bei der WM 2021 in Pokljuka/Slowenien soll mindestens eine Medaille gewonnen werden. Dazu will er den fünften Platz in der Nationenwertung verteidigen und wieder drei Athleten in den Top25 der Weltcup-Gesamtwertung platzieren. So kam Julian Eberhard auf den 20. Platz, 22ter wurde Felix Leitner und Oldie Simon Eder platzierte sich auf Rang 24.

Dementsprechend steuert Ricco Groß das Training in der Saisonvorbereitung, denn eines ist klar: „Zum Saisonstart siehst du es knallhart, ob du fit bist und gut im Sommer gearbeitet hast.“ Dafür steckt auch Groß zurück. Zwischen den beiden Testrennen seines Teams stand sein 50. Geburtstag an. „Meine Arbeit ist in diesem Fall wichtiger als eine große Feier.“ So ist der runde Geburtstag nach seinen Worten nichts Außergewöhnliches und gibt zu, zumindest ganz normal gefeiert zu haben.

Bis mindestens zu den Olympischen Spielen 2022 in Peking will der dreifache Familienvater das österreichische Herrenteam als Trainer begleiten. „Da kann ich noch einiges entwickeln“, ist er sich sicher. Immerhin hat Biathlon in unserem Nachbarland mittlerweile einen guten Stellenwert und eine gestiegene Präsenz mit Live-Übertragungen im Fernsehen.

Nicht ganz einfach ist für ihn und seine Sportler die aktuelle Lage durch die Corona-Pandemie. „Wir werden regelmäßig getestet und beachten alle Hygienemaßnahmen. Trotzdem haben wir unsere geplanten Umfänge umsetzen können“, sagt er. Sollten in der kommenden Weltcupsaison keine Zuschauer zugelassen werden, würde er das als sehr Schade empfinden. „Für die Weltcup-Orte wäre das natürlich wegen fehlender Zuschauer fatal. Die Fans werden ja durch die Übertragungen im Fernsehen versorgt und das ist natürlich auch wichtig für die Sponsoren, dass die Rennen übertragen werden“, so der neunfache Weltmeister mit Blick in die Zukunft.

Siegi Huber

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