Arbeitsmarktbericht für Agenturbezirk Rosenheim

Zahl der Arbeitslosen trotz Urlaubsmonat August unter dem Vorjahr

Landkreis - Die Arbeitslosenquote beträgt 2,7 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte niedriger.

„Im Urlaubsmonat August, müssen wir immer mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen“, so Michael Vontra, der stellvertretende Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Wie erwartet erhöhte sich die Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Rosenheim, der die kreisfreie Stadt Rosenheim, sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, auf aktuell 2,7 Prozent (Vormonat 2,5 Prozent, Vorjahr 2,9 Prozent). Der Anstieg der Zahl an Arbeitslosen von Juli auf August um 450 betroffene Personen auf nun 7 880, lässt sich hauptsächlich damit begründen, dass in Bayern Ferienzeit ist. Viele Personalentscheider befinden sich in Urlaub, daher erfolgen um diese Jahreszeit nur wenige Neueinstellungen. Grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt hier in der Region aber nach wie vor stabil und aufnahmefähig, denn die aktuelle Arbeitslosenquote bleibt weiterhin unter der drei Prozent-Marke, bei der man allgemein von Vollbeschäftigung spricht.“

Vontra weiter: „Ein weiterer Grund für die gestiegene Zahl an Arbeitslosen ist die Tatsache, dass sich viele junge Menschen arbeitslos melden, die erst kürzlich ihre Ausbildung erfolgreich beendet haben und von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurden. Ein Teil wird erfreulicherweise nur kurzfristig bei uns registriert sein, denn so manche haben bereits eine neue Arbeitsstelle in Aussicht. Darüber hinaus teilten einige junge Leute schon bei ihrer Arbeitslosmeldung mit, dass sie nur einen befristeten Job suchen, weil sie ab Herbst eine weiterführende Schule (Berufsoberschule, Techniker- oder Meisterschule) besuchen oder direkt ein Studium beginnen werden.“

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren erhöhte sich zwar aus besagten Gründen im Vergleich zum Vormonat um 260 (plus 28 Prozent), auf nun 1 190 Personen. Gleichzeitig sind dies - im Vergleich zum Vorjahr - aber um 90 Jugendliche dieser Altersgruppe weniger. Im August ist die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen insgesamt angestiegen, gegenüber dem Vorjahr ist sie aber um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 3,4 Prozent gesunken. Vontra dazu: „Wir gehen davon aus, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den Monaten September und Oktober weiter sinken wird, denn die jungen Leute haben auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wirklich gute Chancen!“

Ein kurzer Blick auf die Bewegungsdaten: Insgesamt haben sich im August 2 940 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet (380 mehr als im Vormonat, aber 100 weniger als im Vorjahr). Im Gegenzug meldeten sich 2 480 Erwerbslose aus der Arbeitslosigkeit ab.

Rechnerisch bedeutet dies, dass die Zahl der Arbeitslosen im Saldo auf 7 880 angestiegen ist. Von der Insgesamtzahl werden von den Arbeitsagenturen in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen aktuell 4 675 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch III betreut. Das sind 310 Personen mehr als im Juli. Die Jobcenter in der Stadt und den Landkreisen sind derzeit für 3 200 Menschen im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II zuständig, ein Plus von 140 Personen gegenüber dem Vormonat.

Den 7 880 Arbeitslosen steht ein relativ großer Pool an offenen Stellen gegenüber. Am 14. August, dem statistischen Zähltag, waren bei der Arbeitsagentur 4 720 Stellenangebote im Fachverfahren und viele davon auch in der Jobbörse gelistet, darunter insgesamt 4 410 Offerten, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Neu herein kamen im Laufe des Berichtsmonats (Mitte Juli bis Mitte August) 1 050 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen.

Ein Blick auf den Lehrstellenmarkt kurz vor Ausbildungsbeginn 

Einen besonderen Fokus legt der stellvertretende Agenturleiter aktuell auf den Lehrstellenmarkt: „Am ersten September starten viele junge Leute mit ihrer Berufsausbildung, jedoch haben noch nicht alle Jugendlichen einen passenden beruflichen Ausbildungsplatz gefunden und auch einige Betriebe suchen noch händeringend nach dem passenden Bewerber“, so Vontra.

Vontra weiter: „Wir stellen in diesem Jahr auf Grund des guten Ausbildungsmarktes mehrere Trends fest: Erstens haben einige Jugendliche sehr lange gewartet, bis sie sich überhaupt beworben haben, so nach dem Motto „Ich bekomme eh noch leicht eine Lehrstelle“, und stellen nun fest, dass in ausgewählten Berufsbereichen jetzt schon Bewerbungen laufen für den Ausbildungsbeginn im Herbst nächsten Jahr. Zweitens sind nicht mehr alle Ausbildungsbewerber zu beruflichen Alternativen bereit. Sie hören überall, wie groß der Mangel an Nachwuchskräften ist und warten schon ´mal, bis sie „ihre“ Traumlehrstelle bekommen. Und drittens, Schulabgänger, die sich in den letzten Jahren nicht um eine betriebliche Ausbildung bemüht, sondern andere Alternativen ergriffen hatten, kommen vermehrt auf uns zu. Die Chancen einer betrieblichen Ausbildung werden durch diese Jugendlichen jetzt positiver bewertet. 220 der insgesamt 535 unversorgten Bewerber sind schon früher aus der Schule gekommen, oder haben ein Studium abgebrochen.“ Vontra an die Betriebe gewandt: „Wir können es nicht verantworten, dass Jugendliche ohne Ausbildung bleiben, auch wenn ihre Startbedingungen nicht so günstig sind. Es gibt immer wieder Beispiele, dass sich schulmüde Jugendliche bei der praktischen Arbeit im Betrieb sehr positiv entwickeln und ihre Ausbildung – eventuell mit Nachhilfeunterricht (bezahlt von der Agentur für Arbeit) auch erfolgreich abschließen. Geben Sie also diesen Jugendlichen eine Chance! Auch Studienabbrechern, die in der Regel natürlich schon älter sind, sollten Betriebe für eine Ausbildung, eventuell mit Verkürzung, eine Chance geben.“

Den 535 unversorgten Bewerbern stehen 950 offene Ausbildungsstellen gegenüber, das heißt, Betriebe suchen für heuer noch den oder die passende Auszubildende. So manche Stelle ist wieder frei geworden, da der vermeintlich feste, künftige Azubi nun doch kurzfristig abgesagt hat. Es gibt daher noch eine breite Palette an offenen Lehrstellen. „Natürlich wissen wir, dass Angebot und Nachfrage um diese Jahreszeit nicht immer gut zusammen passen, aber vielleicht lässt sich eine Lösung finden, mit der alle zufrieden sind. Unsere Beratungs- und Vermittlungsfachkräfte beraten jedenfalls laufend Jugendliche, die für heuer noch nach einem Ausbildungsplatz, oder einer sinnvollen Alternative suchen (Terminvereinbarung unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 0, oder per E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de). Anfragen von Arbeitgebern, die einen Ausbildungsplatz in diesem (Hinweis: Ein Einstieg bis Anfang/Mitte Dezember ist in der Regel kein Problem) oder nächstem Jahr besetzen möchten, oder sonstige Fragen zur beruflichen Qualifizierung haben, beantwortet der Arbeitgeberservice gerne unter der – ebenfalls kostenfreien – Servicenummer 0800 45555 20, oder in einem persönlichen Beratungsgespräch.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Stadt Rosenheim weist im August eine Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent auf (0,4 Prozent mehr als im Vormonat). Derzeit sind insgesamt 1 618 erwerbsfähige Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 46 auf 734. Für 884 arbeitslose SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 454 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 903 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Rosenheim sind 3 441 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent entspricht. Von den Erwerbslosen sind 2 045 bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 180 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 396 arbeitslose SGB II-Kunden, 28 mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 786 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 994 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT