Proteste gegen hohe Benzinpreise

Deutschlandweiter Tankstellen-Boykott: Wurde an diesem Tag wirklich weniger Sprit verkauft? 

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Hat der Tankstellen-Boykott Auswirkungen auf den Spritverkauf gehabt? (Symbolbild)

‚Tank-Verbot‘ am 26. November, als Protest gegen die hohen Spritpreise in Deutschland – so lautete die Idee in den sozialen Netzwerken. Doch haben die Tankstellen etwas davon bemerkt?

Heidelberg - Während der Rheinpegel sinkt, steigen die Benzinpreise: In Frankreich wird bereits seit Mitte November gegen die hohen Sprit- und die steigenden Lebenshaltungskosten demonstriert – teilweise mit gewalttätigen Ausschreitungen und zwei Todesopfern. Am Sonntag (25. November) gingen 81.000 Menschen auf die Straße.

Auch in Deutschland wird in den sozialen Netzwerken zu Protestaktionen aufgerufen: Am Montag (26. November) sollten Autofahrer die Tankstellen boykottieren und einen Tag lang nicht tanken. Die Posts wurden tausendfach geteilt und kommentiert und viele Menschen befürworteten den Boykott. Denn 1,66 Euro für den Liter Super schmerzen viele.

Doch was hat‘s gebracht? 

Hat der Boykott Auswirkungen auf den Spritverkauf gehabt? Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen, sagt: Nein! „Es gibt keine nennenswerten Veränderungen, so Zieger auf Anfrage von heidelberg24.de*. Von der Protestaktion in Deutschland halte er nichts. Dies sei eine Aktion, die ins Leere verlaufe, sagt er außerdem. „Die Verbraucher müssen tanken, um mobil zu bleiben und Mobilität kostet Geld.“ 

Er gibt einen Tipp, wie die Autofahrer günstiger tanken können: „Es gibt Instrumente, wie beispielsweise Handy-Apps, bei denen der Autofahrer die Preise an den verschiedenen Tankstellen vergleichen und somit Geld sparen kann.“

Auch der Tankstellen-Riese Total kann „keine nennenswerten Veränderungen“ am 26. November feststellen, wie das Unternehmen auf Anfrage erklärte. Der Konkurrent Shell möchte zu dem Thema keine Angaben machen.

Ist der Spritpreis gesunken?

Laut Zieger ist der Benzinpreis durch das Beheben von Lieferengpässen in den vergangenen Tagen sogar gesunken. Und tatsächlich: Der Liter Super kostet seit einigen Tagen ‚nur‘ noch 1,56 Euro.

*HEIDELBERG24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

jmb

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