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Verschwundener Tengelmann-Milliardär: Hatte der russische Geheimdienst seine Finger im Spiel?

Karl-Erivan Haub: Der Tengelmann-Milliardär ist unter mysteriösen Umständen verschwunden.
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Karl-Erivan Haub: Der Tengelmann-Milliardär ist unter mysteriösen Umständen verschwunden.

Das Verschwinden des Tengelmann-Milliardärs Karl-Erivan Haub gibt weiter Rätsel auf. Einem Bericht zufolge könnte Haub womöglich in Russland abgetaucht sein.

München - Die Umstände des Verschwindens des früheren Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub werden immer mysteriöser. Nach einem Bericht von RTL/n-tv gibt es zunehmend Zweifel am angeblichen Tod des Milliardärs.

Nach Recherchen der TV-Sender gebe es Indizien dafür, dass Haub im April 2018 auf einer Skitour am Matterhorn schlicht abgetaucht sein könnte. Dem Bericht zufolge soll Haub am Morgen des 7. April 2018 um 09.09 Uhr an der Bergstation des Skilifts Klein Matterhorn letztmals auf einem Videobild zu sehen gewesen sein. Danach fehlte jede Spur von ihm. Auch eine mehrtägige Suchaktion blieb erfolglos.

Ein Team von Ermittlern sieht dem RTL-Bericht zufolge Hinweise darauf, dass sich Haub nach Russland abgesetzt haben könnte. Darauf deuten die beiden letzten Telefonate von Haub am Abend vor seinem Verschwinden hin. Danach soll der Milliardär um kurz vor 21 Uhr sowie um kurz vor 22 Uhr zwei Gespräche von insgesamt knapp zwei Stunden nach Russland geführt haben.

Tengelmann-Verschwinden: Hatte der russische Geheimdienst seine Finger im Spiel?

Außerdem sollen sich in Haubs Hotel The Omnia auch drei russische Gäste einquartiert haben, die dem russischen Geheimdienst zugerechnet werden, berichtet RTL. Bei einer der Personen soll es sich um Veronika E. handeln. Die damals 41-Jährige Russin soll über eine gültige Fluglizenz für Hubschrauber verfügt haben. Ob Haub mit der Pilotin eine geschäftliche oder private Beziehung unterhielt, sei aus den streng vertraulichen Ermittlungsakten jedoch nicht zu entnehmen, heißt es.

Um Licht in das dubiose Verschwinden zu bringen, hat Karl-Erivans Bruder Christian Haub dem Bericht zufolge inzwischen bereits rund 1,5 Millionen Euro für die Ermittlungen ausgegeben. Neben den Erkenntnissen der Behörden und der Auswertung aller verfügbaren Video-Aufzeichnungen in Zermatt liegt den Ermittlern offenbar auch Material von Geheimdiensten vor.

Tengelmann-Verschwinden: Antrag auf Todeserklärung

Karl-Erivan Haub stand bis zu seinem Verschwinden als persönlich haftender Gesellschafter an der Spitze der Mülheimer Unternehmensgruppe. Inzwischen führt sein Bruder Christian den Handelsriesen um Obi und Kik. Ende Oktober hatten er und sein Bruder Georg beim Amtsgericht Köln einen Antrag gestellt, um Karl-Erivan für tot erklären zu lassen. Vor Monatsfrist zog Georg Haub den Antrag jedoch überraschend zurück. Dafür schloss sich die Karl-Erivan Haubs Frau Katrin dem Antrag auf Todeserklärung Anfang Februar überraschend an. Sollte das Amtsgericht Köln den Anträgen stattgeben, drohen Katrin Haub und ihren Kindern Erbschaftssteuerzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe.

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