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„Nimm das Geld und renn‘“

Künstler setzt Zeichen gegen schlechte Arbeitsbedingungen: Er nimmt 70.000 Euro Bares und „rennt weg“

Eine Frau steht im September 2021 vor dem Werk des Künstlers Jens Haaning im Museum von Aalborg in Dänemark
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Hier sollten eigentlich Banknoten kleben: Eines der aktuellen Werke von Jens Haaning im „Kunsten-Museum“ in Aalborg

„Wenn die Strukturen komplett unzumutbar sind, müssen wir mit ihnen brechen“, findet der Künstler Jens Haaning. Dass er jetzt zwei komplett weiße Leinwände ablieferte, hat daher einen Grund.

Aalborg - „Take the money and Run“ ist eine Woody-Allen-Komödie aus dem Jahr 1969. Jetzt ist es auch der Titel eines zeitgenössischen Kunstwerks – bei dem der Künstler Jens Haaning das wörtlich nahm. Seine Botschaft ist aber ernst.

Der dänische Künstler hatte sich US*-Dollar-Noten im Wert von mehr als 70.000 Euro geliehen, und zwar vom „Kunsten-Museum“ in Aalborg in Dänemark. Der Auftrag: Haaning sollte zwei seiner älteren Kunstwerke nachstellen. Die stellten das Durchschnitts-Einkommen in Österreich* und Dänemark* dar – mit echten Banknoten.

Aber statt die nun geborgten Banknoten auf eine Leinwand zu kleben, will der 56-jährige dem Museum nur zwei leere Bilderrahmen mit dem Titel „Nimm das Geld und renn‘“ (deutsche Übersetzung) überlassen.

Künstler nimmt Geldscheine und „rennt davon“: Museumsdirektor lacht

„Die Mitarbeiter waren ziemlich überrascht, als sie die gelieferten Kisten öffneten. Ich war zu dem Zeitpunkt im Ausland, aber bekam auf einmal sehr viele E-Mails“, sagte Museumsdirektor Lasse Andersson dem US-Sender CBS. Er habe lachen müssen, als er die leeren Leinwände dann sah. „Jens Haaning ist für seine aktivistische Kunst mit etwas Humor bekannt. Und er gab uns genau das und rüttelte uns etwas wach“, erklärte er.

Es kam ja auch recht plötzlich. Erst zwei Tage vor Ausstellungseröffnung „haben wir eine Nachricht von Jens bekommen, der uns sagte, dass er die Werke, auf die wir uns geeinigt hatten, nicht angefertigt hat“, sagte Andersson der Nachrichtenagentur AFP.

Künstler kassiert 70.000 Euro – seine Botschaft: „Arbeitsbedingungen in Frage stellen“

Was sagt Künstler Haaning zu der Aktion? „Jeder hätte in unserer Gesellschaft gerne mehr Geld, aber die Branchen werden unterschiedlich wertgeschätzt“, zitierte CBS aus seiner Pressemitteilung. „Die beiden Bilder handeln von den aktuellen Arbeitsbedingungen von Künstlern.“ Er wolle zeigen, „dass wir auch die Verantwortung haben, die Strukturen, von denen wir ein Teil sind, in Frage zu stellen. Wenn die Strukturen komplett unzumutbar sind, müssen wir mit ihnen brechen.“

Weiße Leinwände: Museum stellt Arbeitsmarkt-kritische „leere“ Werke aus

Das Museum stellt die beiden leeren Bilder nun tatsächlich aus. Nach dem Ende der Ausstellung am 16. Januar sei die Schonfrist allerdings vorbei, kündigte Andersson an: „Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit Jens Haaning seinen Vertrag einhält und das Geld zurückgibt.“

Für seine Arbeit an den beiden Werken hatte Haaning 10.000 Kronen (1340 Euro) bekommen. Außerdem handelte er eine Ausstellungsprämie aus. (frs mit Material der AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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