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Neue Masche

Diebes-Zug: Plünderer überfallen Güterwaggons - und machen anschließend online Kasse

Zugfrachtdiebstähle in Los Angeles hinterlassen ein Meer aus Verpackungsmüll.
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Zugfrachtdiebstähle in Los Angeles

Wird Kalifornien wieder zum Wilden Westen? Immer häufiger plündern Diebe Güterzüge und verticken die Beute anschließend im Netz.

Los Angeles - Es sind Bilder wie in einem postapokalyptischen Film: Zuggleise, die von Bergen aus Verpackungs-Kartons und achtlos verstreuten Plastikteilen, Kosmetika und Flaschen gesäumt werden. Dazwischen Menschen, die in diesem Müll* nach verwertbarer Ware suchen. Dahinter ist die Skyline von Los Angeles zu sehen.

Der Müll stammt aus den Plünderungen von Güterzügen, die durch das Viertel Lincoln Heights in Los Angeles fahren. Dort müssen die Züge langsamer fahren. Perfekt für Diebe: Sie brechen die Waggons auf, öffnen die Päckchen und werfen die Sachen, die sie nicht brauchen, neben die Gleise. Dann suchen Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen in den Resten nach verwertbarem Material.

Plünderungen der Güterzüge in Los Angeles haben um 160 Prozent zugenommen

„Alles kommt mit dem Zug - Handys, Louis Vuitton-Handtaschen, Designerkleidung, Spielzeug, Rasenmäher, Elektrogeräte, Elektrowerkzeuge“, sagte ein 37-jähriger Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte, gegenüber der amerikanischen Zeitung L. A. Times. Er komme regelmäßig zu den Gleisen und habe einmal eine Louis Vuitton-Handtasche und einen Roboterarm in fünfstelligem Wert gefunden, erzählte er der Zeitung. „Wir finden hier und da etwas und verdienen damit Geld.“

Dank unzähliger Verkaufsplattformen im Internet lässt sich auch gestohlene Ware leicht wieder verticken. Zudem müssen die Diebe in Kalifornien kaum harte Strafen fürchten - falls sie überhaupt erwischt werden, wenn sie einen Waggon der bis zu drei Kilometer langen Güterzüge öffnen und die Päckchen entwenden. Die hohe Inflation* und Warenknappheit in den USA dürfte Plünderungen weiter befeuern.

Die amerikanische Bahngesellschaft Union Pacific meldete laut L. A. Times seit Dezember 2020 einen Anstieg der Diebstähle in Lincoln Heights um 160 Prozent. Dieser Anstieg der Kriminalität habe das Unternehmen im vergangenen Jahr mindestens fünf Millionen Dollar gekostet.

„Vielleicht gehört euer Paket zu den Tausenden, die wir an den Gleisen gefunden haben“

In den Blickpunkt der Medien geriet das Problem erst durch die drastischen Aufnahmen des Fotojournalisten John Schreiber, der Videos der Diebstahl-Überbleibsel auf Twitter postete.

Müll säumt die Gleise in Los Angeles

Dazu schrieb er: „Vermisst ihr ein Paket? Verspätete Sendung? Vielleicht gehört euer Paket zu den Tausenden, die wir an den Gleisen gefunden haben. Uns wurde gesagt, dass dieser Bereich erst vor 30 Tagen gesäubert wurde, also ist das, was ihr seht, erst im letzten Monat entstanden.“

Pressesprecher: Täglich werden 90 Frachtcontainer geplündert

Laut Schreiber sei Lincoln Heights nur eine von vielen Gegenden, die von Plünderungen betroffen sind. Union Pacific-Pressesprecher Adrian Guerrero schätzt, dass täglich 90 Frachtcontainer geplündert werden. Meist handle es sich um organisierte Diebesbanden, die zusätzlich Obdachlose angeworben haben.

Union Pacific habe deshalb zusätzliches Sicherheitspersonal eingestellt und wolle mit der örtlichen Polizei zusammenarbeiten. Außerdem fordert die Eisenbahngesellschaft von der Staatsanwaltschaft in Los Angeles ein härteres Vorgehen gegen die Diebe*.

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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