Kreditwürdigkeit zurückgestuft

Moody's senkt China-Ausblick

Singapur - Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Chinas gesenkt. Die Zurückstufung von „positiv“ auf „stabil“ begründete sie mit anhaltenden Risiken bei der Finanzstabilität.

Zugleich bestätigte das Unternehmen in einer Mitteilung vom Dienstag aber die Bonitätsnote „AA3“. Es handelt sich dabei um die vierthöchste Bewertung in der Ratingskala von Moody's. China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, hatte am Montag überraschend einen Rückgang der Wachstumsrate auf 7,7 Prozent im ersten Quartal nach 7,9 Prozent im Vorquartal bekanntgegeben.

Moody's teilte mit, China habe weniger Fortschritte als erwartet dabei gemacht, Risiken durch die Verschuldung der lokalen Regierungen und des Kredit-Booms zu reduzieren. Die strukturellen Reformen der neuen politischen Führung könnten sich in den kommenden zwölf bis 18 Monaten als unzureichend erweisen, um eine höhere Kreditbewertung zu rechtfertigen. In der vergangenen Woche hatte bereits die Ratingagentur Fitch Sorgen um die Finanzstabilität Chinas geäußert.

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken oder Staaten und sind damit äußerst einflussreiche, aber auch umstrittene Akteure auf dem Finanzmarkt. © dpa
In ihr Urteil fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit bedeutendsten Ratingagenturen sind: Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. © dapd
Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch etwa mit der Bestnote AAA (Englisch: “Triple A“). Moody's nutzt dieselben Bezeichnungen, schreibt sie aber anders (Aaa). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. © dpa
Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch “Ramsch“ (englisch: Junk) genannt wird. Die Skala reicht bis D, das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners, also die Pleite, eingetreten ist. Eine mögliche Änderung des Ratings kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick “positiv“, “stabil“ und “negativ“ an. © dpa
Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität eines Schuldners beurteilen, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. © dpa
Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern auch andere Investoren. Zuletzt haben Staaten aber trotz einer Herabstufung günstiger Geld bekommen. © dpa
Die Agenturen sind umstritten. Weil sie vor der Finanzkrise Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben. © dapd
In der Euro-Schuldenkrise gerieten sie wieder in die Kritik: Politiker warfen ihnen vor, die Bonität hoch verschuldeter Euro-Länder trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben. © dpa

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