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Moody's lobt Fortschritte Deutschlands

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Moody's sieht Deutschland gut aufgestellt.

Frankfurt/Main - Die Ratingagentur Moody's hat Deutschland ein gutes Zeugnis ausgestellt und Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung gelobt. Doch es gibt auch Einschränkungen.

Die Topbonitätsnote „Aaa“ bleibt zwar mit negativem Ausblick versehen, somit besteht weiter das Risiko einer Abstufung. Doch in dem Jahresbonitätsbericht, den die Agentur am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichte, überwiegen eindeutig die positiven Töne. Die größte Gefahr für die Kreditbewertung des Bundes sei die anhaltende Euro-Schuldenkrise - vor allem der potenzielle Austritt eines Mitglieds aus dem Währungsraum.

Ansonsten sparen die Bonitätswächter nicht an lobenden Worten: Deutschland punkte mit einer breiten Wirtschaftsbasis und steigender Produktivität, die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ sei weltweit hoch. Moody's weist zudem auf „beträchtliche Fortschritte“ bei der Haushaltskonsolidierung hin. Das Vertrauen der Investoren sei groß, was sich in sehr niedrigen Kreditkosten äußere.

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken oder Staaten und sind damit äußerst einflussreiche, aber auch umstrittene Akteure auf dem Finanzmarkt. © dpa
In ihr Urteil fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit bedeutendsten Ratingagenturen sind: Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. © dapd
Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch etwa mit der Bestnote AAA (Englisch: “Triple A“). Moody's nutzt dieselben Bezeichnungen, schreibt sie aber anders (Aaa). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. © dpa
Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch “Ramsch“ (englisch: Junk) genannt wird. Die Skala reicht bis D, das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners, also die Pleite, eingetreten ist. Eine mögliche Änderung des Ratings kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick “positiv“, “stabil“ und “negativ“ an. © dpa
Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität eines Schuldners beurteilen, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. © dpa
Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern auch andere Investoren. Zuletzt haben Staaten aber trotz einer Herabstufung günstiger Geld bekommen. © dpa
Die Agenturen sind umstritten. Weil sie vor der Finanzkrise Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben. © dapd
In der Euro-Schuldenkrise gerieten sie wieder in die Kritik: Politiker warfen ihnen vor, die Bonität hoch verschuldeter Euro-Länder trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben. © dpa

Probleme sehen die Moody's-Analysten in der hohen Staatsschuldenquote von rund 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Anstieg sei während der Finanz- und Euro-Krise jedoch geringer ausgefallen als in vielen anderen großen Ländern und dürfte nach Einschätzung der Bonitätsprüfer in den nächsten fünf Jahren wieder auf unter 70 Prozent sinken. Weitere Herausforderungen bestünden in der demographischen Lage und durch den schwachen Ausblick für das Wirtschaftswachstum in Europa.

dpa

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