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„Einfach realitätsfremd“

Energiepreise explodieren: Ampel plant Entlastungen für Bürger - Gehen Rentner leer aus?

Die Energiepreise sind gestiegen. Das macht sich unter anderem an den Heizkosten bemerkbar
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Die Energiepreise sind gestiegen. Das macht sich unter anderem an den Heizkosten bemerkbar.

Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die Energiepreise sind massiv. Die Bundesregierung debattiert über Entlastungen für Bürger - kommen Rentner zu kurz?

Tankrabatt? Mobilitätsgeld? Die Ampel-Parteien wollten am Mittwoch einen Kompromiss in ihrem Streit um einen Ausgleich für die steigenden Energiepreise finden. Doch kommen die geplanten Entlastungen auch bei allen Bürgern an – wie etwa Senioren an? Das Mobilitätsgeld der SPD soll über das Gehalt an die Arbeitnehmer gezahlt werden, der von FDP-Chef Christian Lindner propagierte Tankrabatt begünstigt vor allem Vielfahrer mit schweren Limousinen oder SUV – für Rentner ist da bislang nichts vorgesehen.

Energiepriese steigen massiv: Rentnerin schlägt Alarm - „Gott sei Dank ein Minijob“

Und dann steigen ja auch noch die Lebensmittelpreise dramatisch. „Alle werden irgendwie begünstigt, aber wir fallen unten durch“, fürchtet da Seniorin Ingrid Holnburger. Die 75-Jährige aus Bad Heilbrunn meldete sich bei uns, um stellvertretend für viele Rentner und Rentnerinnen ihre frustrierende Situation zu schildern.

„Die Pendlerpauschale greift nicht, Wohngeld bekomme ich nicht, Grundrente auch nicht. Aber ich darf mehr für Sprit, Strom, Heizöl und Lebensmittel bezahlen“, erklärt Holnburger. Mittlerweile gehe rund die Hälfte ihrer Rente für ihre Warmmiete drauf, wie die Rentnerin berichtet. Deswegen habe sie „Gott sei Dank wieder einen Minijob gefunden“. Zweimal die Woche macht sie erst einmal befristet die Einlasskontrolle im Tölzer Marienstift.

Nichtsdestotrotz dürfen sich Rentner bald über eine überraschend stattliche Erhöhung* freuen.

Steigende Energiekosten: Wegen Ukraine-Konflikt verteuerte sich Heizöl um 59 Prozent

Der VdK Bayern bestätigt gegenüber unseren Zeitungen: Das ist kein Einzelfall. Rentner „leiden besonders unter den hohen Preisen. Viele von ihnen haben eine kleine Rente, mit der sie knapp über die Runden kommen. Doch die geplanten Entlastungen haben Menschen im Blick, die bereits Sozial­leistungen beziehen“, sagt Ulrike Mascher, Vorsitzende des VdK Bayern.

Das heißt, viele Senioren müssen bei den steigenden Preisen gravierende Abstriche machen. So hört der Verband etwa von seinen Mitgliedern, dass sie „nur noch stundenweise ihr Wohnzimmer heizen und sonst in der kalten Wohnung sitzen“, sagt Mascher. Das kennt auch Holnburger, die den ganzen Winter mit dicker Jacke und Wolldecke bei 14 Grad verbracht hat. Allein seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine verteuerte sich das Heizöl um 59 Prozent, wie das Vergleichsportals Verivox errechnete.

Heizen wird immer teurer: Ingrid Holnburger vor dem Marienstift in Bad Tölz, wo sie mit einem Mini-Job ihre Rente aufbessert.

Derweil will Finanzminister Christian Lindner Sonderzahlungen in Höhe von 500 Millionen Euro für die Rentenversicherung streichen.

Energiepreise: Sparsamer und bewusster verbrauchen? Es gibt weitere Möglichkeiten

Doch was können Senioren jetzt gegen diesen Preis­wucher tun? „Diese Menschen jetzt beispielsweise aufzufordern, Strom zu sparen, bewusster einzukaufen oder das Auto stehen zu lassen, ist einfach realitätsfremd“, erklärt Mascher vom VdK. Vielmehr sollen Betroffene noch einmal prüfen, ob sie wirklich keine Grundsicherung oder Wohngeld beantragen können.

Laut Mieterverbänden beantragen viele Menschen, die eigentlich Anspruch auf Wohngeld hätten, diese Sozialleistung nicht. „Das hängt ganz stark vom Einkommen, von der Wohnungsgröße und von der Haushaltsgröße ab. Und da fallen mehr Haushalte darunter als der Meinung sind, dass sie Wohngeld beantragen könnten“, so Mieterbund-Sprecherin Schmid-Balzert zum BR. „Solche Leistungen sind ein Rechtsanspruch und kein Almosen“, betont auch Mascher. Wohngeld-Empfänger profitieren zudem von dem bereits beschlossenen einmaligen Heizkostenzuschuss* – in Bayern bekommen den etwa 60.000 Haushalte, wie das Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr schätzt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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