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Zahlen für Rosenheim, Mühldorf, Traunstein

Krisenangst noch nicht am Arbeitsmarkt angekommen: Zahl der Arbeitslosen unverändert

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region hat sich im Vergleich zu den Vormonaten kaum verändert.
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Die Zahl der Arbeitslosen in der Region hat sich im Vergleich zu den Vormonaten kaum verändert.

Die wirtschaftliche Lage ist deutschlandweit angespannt. Sei es durch die immer weiter steigenden Energiepreise oder wegen der Ängste vor einem Blackout. Der Arbeitsmarkt in der Region trotzt dieser Entwicklung - bisher zumindest. Das hat für die Agenturen für Arbeit in Rosenheim und Traunstein zwei spezielle Gründe.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf - Die steigenden Energiepreise und die wirtschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten machen sich auch auf dem Arbeitsmarkt in der Region bemerkbar. So betrug die Arbeitslosenquote im Geschäftsbezirk Rosenheim im September 2,7 Prozent, wie die zuständige Agentur für Arbeit in Rosenheim berichtet. Damit ist die Quote genauso hoch wie noch im August, obwohl man bei der Arbeitsagentur aufgrund des Endes der Urlaubszeit auf einen Rückgang der Zahlen gehofft habe. Dennoch sieht Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, eine positive Tendenz für den regionalen Arbeitsmarkt.

Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften

„Es haben sich gesamt 930 Menschen in Arbeit abgemeldet, das sind 210 mehr als im Vormonat“, sagt Schankweiler. Das liege daran, dass die Personalverantwortlichen aus dem Urlaub zurückgekehrt sind und die eingegangenen Bewerbungen nun gesichtet werden, sowie Vorstellungsgespräche geführt und neue Arbeitsverträge geschlossen werden.

„Zudem brauchen die Betriebe offenbar nach wie vor viele Mitarbeiter“, betont Schankweiler. Im September seien mit knapp 6.200 so viele Stellenangebote gemeldet gewesen wie noch nie in diesem Monat seit Beginn der entsprechenden Auswertungen. Zahlreiche Anzeigen gebe es unter anderem in den Berufsgruppen wie Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Gesundheitsberufen oder auch in den sozialen Berufen. Hinzu komme, dass viele Unternehmen erfreulicherweise auch an ihren Mitarbeitern festhalten, sagt Schankweiler.

In Zahlen bedeutet das für die Stadt Rosenheim eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent, die damit unverändert im Vergleich zum vorangegangen Monat bleibt. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,2 Prozent. Daraus ergibt sich, dass derzeit 1620 Menschen in Rosenheim arbeitslos sind.

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote wie im August und im Juli bei 2,6 Prozent. Im September 2021 lag diese bei 2,4 Prozent. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit beträgt 3823. Das sind 15 weniger als im Vormonat.

Etwas besser sieht es im Landkreis Traunstein aus. Dort errechnet die zuständige Agentur für Arbeit Traunstein eine Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent, rund 0,1 Prozentpunkte weniger als im August und 0,1 Prozentpunkte mehr als im September des Jahres 2021. Das bedeutet, dass 2411 Menschen arbeitslos gemeldet sind. Das sind 122 weniger als im Vormonat und 137 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Schulstart nimmt Einfluss auf die Arbeitslosenzahl

Vor allem bei den Menschen unter 25 Jahren ist ein Rückgang zu verzeichnen. „Dies ist ein bekannter Effekt im September“, erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „durch Ausbildungs- und Schulbeginn reduziert sich der Anteil dieser Altersgruppe von 12,2 auf aktuell 10,5 Prozent.“ Trotzdem sind im Landkreis Traunstein noch 1438 Stellen unbesetzt.

Im Landkreis Mühldorf sind derzeit 2323 Menschen ohne Arbeit und damit 13 mehr als im August. Hieraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent, ein Gleichstand zum Vormonat. Im Vergleich zum September des Vorjahres ist die Quote allerdings um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im September 3,1 Prozent, ein leichter Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und ein um 0,2 Prozentpunkte höherer Wert als im Vorjahresmonat. 1954 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 65 weniger als noch im August.

Der Blick der Geschäftsführung der Rosenheimer Arbeitsagentur auf den Ausbildungsmarkt fällt für den vergangenen Monat ebenso positiv aus. „Viele junge Menschen in der Region konnten Anfang September in ihre Berufsausbildung starten“, stellt Michael Vontra, der stellvertretende Agenturleiter in Rosenheim, fest. Dennoch gebe es immer noch Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sowie Betriebe, die händeringend nach Auszubildenden suchen. „Es bestehen nach wie vor gute Chancen quasi sofort in die Ausbildung zu starten“, sagt Vontra. Vor allem in Berufen wie im Verkauf oder der Lebensmittelherstellung seien viele offene Stellen gemeldet.

Doch nicht nur an junge Menschen wollen die Geschäftsführer der Agenturen appellieren, sondern auch an Wiedereinsteiger oder ältere Menschen. „Die Vorbehalte gegenüber älteren Wiedereinsteigern sind in den meisten Fällen durch eine sachliche Betrachtungsweise auszuräumen“, so Müller, „aktuelle Untersuchungen zeigen, dass altersgemischte Teams ein konstruktiveres Miteinander bilden und das voneinander Lernen im Team Verständnis und Kollegialität wesentlich steigern kann“, schließt Müller.

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