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Falsch eingeschätzte Nachfrage

Trotz voller Auftragsbücher: VW drosselt Golf-Produktion in Wolfsburg - Betriebsrat übt scharfe Kritik

VW-Werk am Mittellandkanal in Wolfsburg: Die Produktion des Golf 8 muss heruntergefahren werden
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VW-Werk am Mittellandkanal in Wolfsburg: Die Produktion des Golf 8 muss heruntergefahren werden.

Die Nachfrage nach Hybridautos hat in Deutschland enorm zugenommen. Davon wurde Volkswagen offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. Der VW-Betriebsrat macht der Konzernspitze Vorwürfe.

Wolfsburg - VW wird im März die Produktion des Bestsellers Golf 8 neuerlich herunterfahren. Das liegt jedoch nicht an der mangelnden Nachfrage für die traditionsreiche Kompaktklasse. Vielmehr muss sich Volkswagen* weiterhin mit Lieferengpässen bei wichtigen Komponenten für die Fahrzeugproduktion auseinandersetzen.

Das führt dazu, dass wie schon in den Monaten zuvor als Corona-Folgeerscheinung bestimmte Schichten im Stammwerk Wolfsburg auf Eis gelegt werden. An mehreren Tagen sollen die Produktionslinien der Kompaktklasse abgesagt werden, schildern die Wolfsburger Nachrichten. Der Start des neuen Hoffnungsträgers der achten Generation wurde ohnehin bereits verpatzt*.

VW fährt Produktion runter - Betriebsrat kritisiert Konzernleitung wegen falscher Prognose

Der Ausfall kommt auch deswegen zustande, weil die Konzernleitung offenbar falsche Einschätzungen im Hinblick auf den Absatz von Hybridautos tätigte. Ein entsprechendes Statement machte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, als er gegenüber der Braunschweiger Zeitung sagte: „In Deutschland entfallen 60 Prozent aller Golf-Bestellungen auf Hybride, in Europa 40 Prozent.“ Schon länger nehmen hierzulande die Neuzulassungen von Autos mit dieser Antriebsart merklich zu:

Das Problem ist demnach, dass sowohl Elektronik-Chips als auch Batteriezellen von Zulieferern nicht in dem gewünschten Maße geliefert werden. Der Grund: Bei Herstellern dieser Bauteile stieg die Nachfrage aus der Automobilbranche jahrelang, ehe es in der Corona-Krise* zu einem abrupten Stopp kam. Doch zumindest die Chiphersteller fanden rasch neue Abnehmer aus anderen Branchen, wodurch nun erst nachproduziert werden muss. Volkswagen kündigte mittlerweile an, neue Bezugswege
erschließen zu wollen.

VW in Wolfsburg: Golf-Produktion muss aussetzen - Obwohl die Auftragsbücher voll sind

Speziell bei den Batteriezellen für die Produktion der Hybridmodelle hätte sich die VW-Chefetage getäuscht, kritisiert Osterloh. Das wirkt angesichts der neuen Ausrichtung im Unternehmen überraschend: Immerhin hat Konzernchef Herbert Diess* bereits vor längerer Zeit den Technologiewandel eingeläutet und die Strategie auf Elektromobilität ausgerichtet.

„Allein für den Kurzheck-Golf* stehen 93.000 Aufträge in unseren Büchern“, schildert der Betriebsratsvorsitzende weiter. Das würde ihm zufolge reichen, um die Produktion in Wolfsburg für mehr als vier Monate auszulasten, statt nun wieder Kurzarbeit anzumelden. Mit den fortlaufenden Drosselungen in verschiedenen Werken vergibt der Konzern womöglich die Chance, den schwachen Jahresstart abzufedern: Für Januar 2021 notierte das KBA im Vergleich zum Vorjahresmonat knapp 30 Prozent weniger VW-Neuzulassungen. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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