Modernes Bauen

Wie autark und energieeffizient soll mein Haus werden?

Sogar ein altes Fachwerkhaus kann zum Effizienzhaus werden. Foto: Erhard J. Scherpf/dena
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Sogar ein altes Fachwerkhaus kann zum Effizienzhaus werden. Foto: Erhard J. Scherpf/dena
In diesem energieautarken Haus sichert ein Holzofen an kalten Tagen die Wärmeversorgung ab. Rund 70 Prozent des Wärmebedarfs werden aber solar erzeugt. Foto: Michael Bader
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In diesem energieautarken Haus sichert ein Holzofen an kalten Tagen die Wärmeversorgung ab. Rund 70 Prozent des Wärmebedarfs werden aber solar erzeugt. Foto: Michael Bader
Das Herz eines energieautarken Hauses ist eine Solarthermieanlage. In einem Langzeitwärmespeicher (links) lässt sich Solarwärme über Wochen vorhalten. Foto: Sebastian Kahnert
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Das Herz eines energieautarken Hauses ist eine Solarthermieanlage. In einem Langzeitwärmespeicher (links) lässt sich Solarwärme über Wochen vorhalten. Foto: Sebastian Kahnert
Franz Michel ist Referent für Energieeffizienz und Bauen bei der Verbraucherzentrale Bundesverband. Foto: Gert Baumbach/Verbraucherzentrale Bundesverband e.V
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Franz Michel ist Referent für Energieeffizienz und Bauen bei der Verbraucherzentrale Bundesverband. Foto: Gert Baumbach/Verbraucherzentrale Bundesverband e.V
Christian Stolte ist Leiter des Bereichs Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Foto: Deutsche Energie-Agentur Dena
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Christian Stolte ist Leiter des Bereichs Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Foto: Deutsche Energie-Agentur Dena
Georg Dasch ist Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts in Straubing. Foto: Sonnenhaus-Institut
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Georg Dasch ist Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts in Straubing. Foto: Sonnenhaus-Institut
Große Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf diesem Plusenergiehaus erzeugen viel Energie für Wärme, Strom und Elektromobilität - mehr als der Haushalt selbst verbrauchen könnte. Foto: Udo Geisler/Gemeinhardt AG
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Große Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf diesem Plusenergiehaus erzeugen viel Energie für Wärme, Strom und Elektromobilität - mehr als der Haushalt selbst verbrauchen könnte. Foto: Udo Geisler/Gemeinhardt AG

Wer ein Haus bauen will, wird mit vielen Begriffen konfrontiert. Was ist ein Effizienzhaus? Ist es besser als ein Nullenergiehaus? Und welche Vorteile bietet ein Plusenergiehaus? Ein Überblick der aktuellen Baustandards in Sachen Energieeffizienz.

Berlin (dpa/tmn) - Häuser verbrauchen in der Regel Energie. Aber manche können sie auch produzieren - teils sogar mehr als der Haushalt selbst verbraucht.

Auf dem Markt kursieren verschiedene Begriffe für solche hocheffizienten Gebäude: Effizienzhaus, Nullenergiehaus, Plusenergiehaus, Passivhaus, energieautarkes Haus. Was steckt dahinter?

Das Effizienshaus

Der Begriff Effizienzhaus beschreibt Häuser mit bestimmten Energiestandards. Dabei handelt es sich um eine Kategorisierung der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die dafür Fördermittel und zinsgünstige Kredite vergibt. "Der Mindeststandard, nach dem heute Einfamilienhäuser gebaut werden, ist das KfW-Effizienzhaus", erklärt Franz Michel vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Ein Effizienzhaus 100 entspricht im Energieverbrauch den Werten, die die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) als Referenzgebäude vorgibt. "Dieser Verbrauch liegt aber weit über dem, was im Neubau heute zulässig ist", sagt Michel.

Je kleiner die Kennzahl, desto besser ist die Energieeffizienz des Gebäudes also. Das KfW-70-Haus ist energieeffizienter als das Referenzgebäude, weil es 30 Prozent weniger Energie verbraucht. Es ist zugleich der Mindeststandard für Neubauten. Diese müssen gut gedämmt sein, es müssen aber nicht zwingend erneuerbare Energien verwendet werden. Das Heizen etwa mit Gas ist auch erlaubt. "Wer Förderung von der KfW für seinen Neubau möchte, muss aber eine Stufe besser bauen", sagt Michel.

Das Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus produziert so viel Energie, wie es selbst verbraucht. Möglich ist das zum Beispiel durch eine eigene Photovoltaik- oder Solarthermieanlage. "Entscheidend dabei ist die Jahresbilanz, nicht jeder einzelne Tag", erklärt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Daher sind Nullenergiehäuser an das Stromnetz angeschlossen, denn sie brauchen darüber hinaus noch Energie in schlechten Zeiten, in denen die Produktion aus der eigenen Photovoltaikanlage nicht ausreicht.

Das Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus produziert über das Jahr gesehen mehr Energie, als seine Bewohner benötigen. "Entscheidend ist eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle", erklärt Stolte. Damit lassen sich Wärmeverluste reduzieren. In einem Plusenergiehaus wird der Energiebedarf komplett aus regenerativen Energien gedeckt. "Plusenergiehäuser sind unterschiedlich effizient, es gibt keinen einheitlichen Standard. Energieautark sind sie nicht automatisch", betont Stolte. Auch diese Gebäude brauchen in schlechten Zeiten noch Energie aus dem Netz.

Das Passivhaus

Das Passivhaus hat mit 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter den niedrigsten Heizwärmebedarf aller Haustypen. "Hier liegt der Fokus auf dem sehr sparsamen Verbrauch", erläutert Georg Dasch, Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts in Straubing. Passivhäuser nutzen nicht die klassische Heizung, sondern passive Wärmequellen wie die Sonneneinstrahlung und die Körperwärme von Personen. Bei höherem Energiebedarf in der kalten Jahreszeit müssen auch Passivhäuser zusätzliche Energie von außen beziehen.

Das energieautarke Haus

"Energieautark ist ein Haus, wenn es wirklich mit der Energie auskommt, die es selbst erzeugt, und zwar an jedem Tag des Jahres", erklärt Dasch. Hier liegt der Fokus auf einem geringen Verbrauch und einer effizienten Energieerzeugung, so dass möglichst keine oder nur wenig Energie von außen bezogen werden muss. Kernstück dabei ist die Verknüpfung von Solarthermie und Photovoltaik. Die vollständige Unabhängigkeit von externen Energiequellen ist aber nicht für jeden Bauherren machbar. Oft geben die Lage der Immobilie, Dachneigung und Sonneneinstrahlung das einfach nicht her.

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